Glückliches Paar datet sich in der Stadt

Affäre, Ehe, Familie: Wie du Klarheit findest, wenn alles kollidiert

Warum viele in Affären stecken bleiben – und was wirklich hilft. Eine Affären-Beratung mit Pia & Stefan

Manchmal entstehen Affären aus Nähe, die sich im Alltag entwickelt. Pia und Stefan haben sich nicht gesucht und standen dennoch eines Tages vor Fragen, für die es keine einfachen Antworten gibt. In ihrem gemeinsamen Beratungsgespräch ging es darum, Klarheit zu finden, ohne vorschnell zu urteilen oder zu entscheiden.


Du willst diesen Blogpost anhören? Gesprochen von Silke Setzkorn


Affäre beenden oder bleiben? Warum diese Entscheidung so schwerfällt

Sie kamen zu zweit in meine Beratung. Nicht als „klassisches Paar“, sondern als zwei Menschen, die beruflich ein Team waren und privat in etwas hineingerutscht sind, das sie gleichzeitig getragen und überfordert hat.

Pia und Stefan haben sich im Job kennengelernt. Sie haben lange und intensiv zusammengearbeitet, viele Projekte gemeinsam getragen und gerade in arbeitsreichen Zeiten viel Zeit miteinander verbracht. Dabei entstand Vertrauen und mit der Zeit auch eine Nähe, die sie so nicht erwartet hatten.

Affäre am Arbeitsplatz: Wie aus Zusammenarbeit Nähe entsteht

Wenn Menschen sich gegenseitig unterstützen, einander durch anstrengende Phasen helfen und sich aufeinander verlassen können, wächst oft mehr als nur professionelle Verbundenheit. Nicht geplant, nicht bewusst, sondern langsam und nebenbei.

Was anfangs unverfänglich erschien, veränderte sich. Aus der engen Zusammenarbeit entwickelte sich eine Affäre, die zunächst körperlich begann und sich später zu einer emotionalen Bindung vertiefte.

Affäre und Ehe: Zwei Beziehungen gleichzeitig leben

Die Ausgangslage: Zwei Ehen, zwei Familien, ein „Wir“. Stefan ist seit 18 Jahren verheiratet. Pia ist ebenfalls verheiratet und hat zwei Kinder. Die Affäre begann im letzten Jahr. Beide beschrieben, dass sie sich sehr häufig gesehen haben. Es war nicht „ein Ausrutscher“, sondern eine Beziehung innerhalb der Affäre.

Sie hatten die Affäre beendet, weil sie wussten: So geht es nicht weiter. Und gleichzeitig war da diese Frage, die zwischen allem stand:

„Was machen wir jetzt?“
Bleiben? Gehen? Kämpfen? Trennen? Abstand? Neustart?


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Warum Affären so viel inneres Chaos auslösen

Bei Pia war der Konflikt besonders spürbar. Sie war anfangs klar gegen eine Liebesbeziehung mit Stefan. Nicht, weil sie nichts fühlte, sondern weil sie es sich nicht vorstellen konnte, ihre Kinder zu verlassen oder „den Vater zu nehmen“. Schuldgefühle gegenüber ihrem Mann, das gemeinsame Haus, die Familie – all das ist nicht nur „Logik“, das ist gelebte Identität.

Und dennoch: Sie hatte sich intensiv in Stefan verliebt.

Stefan wirkte in der Beratung eher „entscheidungshungrig“, als wolle er eine Richtung. Pia wirkte hin- und hergerissen: emotional gebunden, aber mit einer großen inneren Bremse.

Das ist typisch:
Menschen wollen Klarheit, aber Klarheit fühlt sich oft an wie ein Abgrund. Denn eine Entscheidung bedeutet: Ein Weg wird real, ein anderer geht zu.

Ein Paar sitzt am Wohnzimmertisch und schaut gemeinsam in ein Laptop.

Wenn eine Affäre mehr als Sex wird

Viele denken bei Affären an fehlende Moral oder mangelnde Liebe zuhause. In der Praxis ist es häufig komplexer. Affären sind oft ein Symptom , nicht die Ursache.

Deshalb habe ich zuerst behutsam abgeklopft:

  • Wie lange geht das schon?
  • Wie hat es begonnen?
  • Was hat sich verändert (von körperlich zu emotional)?
  • Wo stehen beide jetzt innerlich?

Und dann kommt der Teil, der für viele unangenehm ist, aber wichtig:
Was hat euch überhaupt empfänglich gemacht?

Nicht, um jemanden zu beschämen, sondern weil man ohne diese Ehrlichkeit später dieselbe Dynamik wiederholt, egal, mit wem.

Ein sehr aufschlussreicher Schritt ist zu schauen, ob die Affäre wirklich „aus dem Nichts“ kam oder ob vorher bereits etwas bröckelte.

Vor der Affäre: Waren die Beziehungen schon instabil?

Standen ihre Ehen vorher schon „auf Kante“? Ich frage deshalb immer auch:

  • Gab es Vor-Erfahrungen mit Außenkontakten?
  • Gab es schon früher Gedanken an Trennung?
  • Wie gehen beide grundsätzlich mit Nähe, Konflikten, Bindung um?

Stefan berichtete von früheren Situationen: keine Affäre, aber Grenzmomente (zum Beispiel Küsse). Pia erzählte, dass es in ihrer Ehe schon länger schwierig war und sie zuvor einen Kontakt hatte, den sie jedoch schnell beendete, weil die Angst übermächtig wurde.

Das ist ein wichtiger Hinweis:
Manchmal ist nicht das Gefühl das Problem, sondern die innere Fähigkeit, mit den Konsequenzen zu leben.


Warum es Bullshit ist, dass sich nur jeder 10. Mann von der Ehefrau trennt


Zweite Lebenshälfte: Warum Entscheidungen jetzt komplexer sind

Viele unterschätzen, wie sehr Lebensphasen Entscheidungen beeinflussen. In der ersten Lebenshälfte ist oft mehr „beweglich“: weniger Verpflichtungen, kein Eigenheim, keine Kinder oder noch kleine Strukturen.

Später ist es anders:
Man trennt sich nicht nur vom Partner. Man trennt sich von einem ganzen System.

Und gleichzeitig verändert sich häufig die Sehnsucht:
Man sucht weniger das Abenteuer, sondern etwas wie Echtheit, Resonanz, gesehen werden. Oft kommt die Frage: „Will ich die nächsten 10, 20 Jahre wirklich so weitermachen?“

Diese Spannung ist der Grund, warum sich viele Paare (oder Affären-Paare) in Endlosschleifen drehen:

  • „Ich will niemanden verletzen“
  • „Es kann so nicht bleiben“
  • „Ich weiß nicht, was richtig ist“
  • „Ich will Klarheit, aber ich habe Angst vor Klarheit“

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Trennungsfantasie oder Trennungsentscheidung?

In der Beratung habe ich mit beiden auch über Zukunftsbilder gesprochen und darüber, wie kompatibel diese wirklich sind.

Denn in Affären gibt es oft eine starke Romantisierung:
Man erlebt sich in einer Ausnahmewelt. Ohne Alltag, ohne Wäschekorb, ohne Elternabend, ohne Finanzplan, ohne Müdigkeit, ohne die „nervigen“ Seiten.

Deshalb ist eine Frage entscheidend (und wird erstaunlich selten ehrlich gestellt):

Wollt ihr das gleiche Leben? Oder wollt ihr nur einander?

Das klingt hart, ist aber entlastend. Denn häufig höre ich Sätze wie:
„Wir trennen uns erstmal und schauen dann.“
Oder: „Er soll sich erstmal eine Wohnung nehmen.“

Das kann ein guter Schritt sein. Aber: Wenn es als langfristige Lösung gedacht ist, lohnt sich Realitätssinn. Wer aus einem Familienleben mit Haus auszieht, will selten dauerhaft in einer Zwei-Zimmer-Wohnung „stehen bleiben“. Viele unterschätzen, wie schnell Unzufriedenheit entsteht, wenn der neue Lebensentwurf nicht stimmig ist.

Eine zentrale Erkenntnis: Nicht jede „Trennungsphantasie“ ist ein Trennungsplan!

Schönes Paar streitet im Wohnzimmer und versucht, seine Beziehungsprobleme zu lösen

Warum „wir trennen uns erstmal“ selten die Lösung ist

Der erste Schritt zur Klarheit: Gespräche führen, OHNE sofort „Trennung!“ auszusprechen. Ein Teil der Beratung war somit, mit beiden zu erarbeiten, wie sie Gespräche mit ihren Ehepartnern beginnen können, ohne gleich die Trennung als Drohkulisse in den Raum zu stellen.

Warum?

Weil bei vielen sofort der Alarm losgeht. Sobald „Trennung“ im Raum steht, machen Menschen zu: aus Angst, aus Überforderung, aus Panik. Dann kommt keine Wahrheit mehr, nur Verteidigung. Oder ein kopfloses Kämpfen um den anderen – ohne erst einmal tiefer zu überprüfen, ob man das auch wirklich will.

Deswegen arbeite ich häufig mit einem sanfteren Einstieg, der auf Klärung zielt:

  • Was ist in unserer Beziehung gerade wirklich los?
  • Was fehlt dir, was fehlt mir?
  • Was wünschst du dir, was wünsche ich mir?
  • Was ist noch möglich?
  • Was fühlst du, was fühle ich – und haben wir noch das Engagement, etwas zu verändern?

Solche Gespräche haben drei Vorteile:

  1. Sie helfen, sich an den Gedanken einer möglichen Veränderung zu gewöhnen (ohne Schockstarre).
  2. Sie öffnen manchmal tatsächlich eine Tür, die lange zu war
  3. und sie ermöglichen Entwicklung, die vorher nicht mehr vorstellbar war.

Und ja: Manchmal führt dieser Prozess zur Trennung.
Manchmal zur Neuorientierung.
Manchmal zu einem ehrlichen „Wir versuchen es nochmal – aber anders“.

Entscheidend ist: nicht still vor sich hin zu leiden, sondern bewusst hinzuschauen.

Foto von Silke Setzkorn vor hellgrauem Hintergrund.

Drei Impulse aus meiner Affären-Beratung für mehr Klarheit

(ohne dass du alles allein lösen musst)

1. Verwechsel nicht Intensität mit Entscheidung

Eine starke Verbindung ist real, aber sie ist noch kein Plan. Frage dich: Was ist Gefühl, was ist Zukunft?

2. Sprich über die Beziehung, bevor du über Trennung sprichst

Wenn du sofort mit „Ich will gehen“ startest, entsteht Angst. Wenn du mit „Ich will verstehen, wo wir stehen“ startest, entsteht öfter Bewegung.

3. Achte auf das, was du wirklich suchst

Geht es um Liebe oder um Erleichterung? Um gesehen werden oder um Flucht aus Erschöpfung? Beides ist menschlich. Aber es führt zu unterschiedlichen Entscheidungen.

Rückmeldung aus der Beratung: Was Pia & Stefan geholfen hat

„Wir sind mit einem völligen Gedankenchaos in die Beratung gekommen. Wir wussten beide, dass es so nicht weitergehen kann. Aber wir hatten keine Ahnung, in welche Richtung wir überhaupt denken dürfen.

Was für uns den Unterschied gemacht hat, war, dass wir nicht gedrängt wurden, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Stattdessen haben wir zum ersten Mal wirklich verstanden, warum wir in dieser Situation gelandet sind und was jeder von uns eigentlich sucht.

Die Gespräche, die wir mit deiner Hilfe vorbereitet haben, haben uns unglaublich geholfen. Nicht nur im Umgang miteinander, sondern vor allem im Kontakt mit unseren Ehepartnern. Wir konnten Dinge ansprechen, ohne sofort alles eskalieren zu lassen.

Besonders wertvoll war für uns, dass wir Schritt für Schritt Klarheit gewonnen haben, ohne Schuldzuweisungen, ohne Druck, ohne das Gefühl, etwas ‚falsch‘ zu machen. Wir fühlen uns heute sortiert, ruhiger und handlungsfähig.”

Klarheit finden, ohne dich oder andere zu überrollen

Pia und Stefan kamen zu mir, weil sie Klarheit wollten, aber Angst vor den Konsequenzen hatten. Weil sie gemerkt haben: Wir brauchen eine Richtung. Nicht vorschnell oder moralisch bewertet, sondern ehrlich und psychologisch verstanden.

Genau darum geht es in meinen Beratungen:

  • Klarheit schaffen, ohne zu überrollen
  • Schritte finden, die machbar sind
  • und Entscheidungen treffen, die man später nicht bereut.

Wenn du dich in dieser Art Situation wiedererkennst, ob als Person in einer Affäre, als betroffener Partnerin oder als jemand, der zwischen Familie, Schuldgefühl und Sehnsucht steht: Du musst da nicht alleine durch.

Wenn du magst, können wir in einem vertraulichen Gespräch sortieren, wo du gerade stehst und was der nächste stimmige Schritt für dich ist.

Ich bin Silke Setzkorn, Affären-Expertin, Online Beziehungs-Coach und Buch-Autorin

Lass uns gemeinsam klären, was du brauchst und wie du mutig deinen Weg raus aus der Situation gehen kannst:

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