Dein Mann ist wegen einer anderen Frau gegangen und plötzlich steht dein ganzes Leben infrage. Hier erfährst du, wie du den Schock einordnest, welche Fragen wirklich wichtig sind und wie du bei dir bleibst, statt um deinen Wert zu kämpfen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Wenn du wegen einer Affäre verlassen wurdest, musst du nicht sofort verstehen, was passiert ist.
- Größe bedeutet nicht, dass du nicht verletzt bist, sondern dass du dich in deinem Schmerz nicht selbst verlierst.
- Du darfst Antworten wollen, du machst dich damit nicht klein.
- Hole dir auf jeden Fall Unterstützung, gerade wenn du verstehen möchtest, was du nicht gesehen hast.
- Auch als betrogene Ehefrau bist du in meiner Beratung willkommen, damit du für dich sortieren kannst, was passiert ist und wie es jetzt fair weitergehen kann.
Du willst diesen Blogpost anhören? Gesprochen von Silke Setzkorn

Viele verlassene Ehefrauen klammern, drohen oder kämpfen um ihren Platz
Und das ist absolut nachvollziehbar: Nach vielen Ehejahren bist du nicht von heute auf morgen innerlich gelöst, nur weil dein Mann sich längst entfernt hat.
Wenn dein langjähriger Partner dich dann nicht behutsam in einen ehrlichen Prozess mitgenommen hat, sondern dich plötzlich vor vollendete Tatsachen stellt, reißt es dir den Boden unter den Füßen weg.
Genau deshalb begleite ich verheiratete Männer und Menschen in Affären in meinen Beratungen auch dabei, den Ehepartner nicht einfach fallen zu lassen, sondern ihn so ehrlich und respektvoll wie möglich mitzunehmen. Weil es einen Unterschied macht, ob jemand vorbereitet, ernst genommen und behutsam durch diesen Prozess geführt wird oder ob er plötzlich im freien Fall landet.
Passiert genau dieser freie Fall, in dem die Ehe zerbricht, dann kann auch das Bild vom eigenen Partner, von der gemeinsamen Geschichte und vielleicht sogar von dir selbst ins Wanken geraten.
Genau deshalb ging mir diese Frau nicht aus dem Kopf
Das war genau ihre Geschichte. Sie war verletzt und innerlich noch lange nicht gelöst. Aber sie tat etwas, das in so einer Situation unglaublich schwer ist: Sie blieb bei sich und verlor nicht ihre Würde.
Sie machte ihm keinen Druck und versuchte auch nicht, ihn mit Schuldgefühlen zurückzuholen. Sie inszenierte keinen Kampf um seine Aufmerksamkeit und sie verfolgte auch nicht die andere Frau. Sie räumte das Feld, ohne sich selbst dabei kleinzumachen.
Und genau das ist manchmal eine der schwersten Formen von Größe.
Wenn eine Affäre plötzlich alles verändert
Viele betrogene Ehefrauen sagen nach dem Auffliegen einer Affäre einen Satz, der auf den ersten Blick schlicht klingt, aber in Wahrheit die ganze Erschütterung enthält: „Ich verstehe das alles nicht.“
Und genau das ist oft das Quälendste, denn es geht nicht nur um den Betrug, nicht nur um die andere Frau und nicht nur um die Tatsache, dass der Mann geht. Es geht um diese schmerzhafte Lücke zwischen dem Leben, das man glaubte zu führen, und der Wahrheit, die plötzlich auf dem Tisch liegt.
Rückblickend gibt es manchmal Hinweise, kleine Veränderungen, mehr Abstand, weniger Nähe, andere Prioritäten, ausweichende Gespräche oder einen Mann, der körperlich noch anwesend war, innerlich aber längst nicht mehr wirklich in der Ehe stand.
Aber mitten im Alltag erkennen wir das nicht immer
Weil wir funktionieren, weil wir vertrauen, weil Kinder, Arbeit, Familie, Verpflichtungen und die gemeinsame Organisation des Lebens oft so viel Raum einnehmen, dass wir nicht jeden Rückzug sofort als Zeichen einer Affäre deuten.
Manchmal denken wir, es sei einfach eine schwierige Phase, manchmal glauben wir, der andere sei gestresst, erschöpft oder mit sich selbst beschäftigt, und manchmal reden wir uns ein, dass nach so vielen Jahren eben nicht mehr alles leicht und lebendig sein kann.
Bis wir erfahren, dass es nicht nur Stress war, sondern ein zweites Leben.
Die Ehefrau, die nicht zerstört, obwohl ihr bisheriges Leben zerstört wurde
Was mich an dieser Frau so berührt hat, war nicht, dass sie „stark“ im klassischen Sinne wirkte, denn stark bedeutet in solchen Momenten nicht, dass einem nichts etwas ausmacht oder dass man souverän über den Dingen steht.
Natürlich war sie verletzt, fassungslos, traurig und auch wütend, und natürlich hatte sie viele Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gab.
Sie benutzte ihren Schmerz nicht, um sich an ihm festzuklammern
Sie versuchte nicht, ihn zu erpressen, sie machte keine Bühne aus der Trennung, sie verwandelte ihre Verletzung nicht in Rache und sie ließ sich nicht in einen Kampf ziehen, in dem am Ende alle Beteiligten nur noch mehr verlieren.
Sie wollte einfach nur verstehen.
Sie wollte verstehen, was sie nicht gesehen hatte, wofür bestimmte Veränderungen standen, ob seine innere Entfernung aus der Ehe schon viel früher begonnen hatte und wie es möglich war, dass er so lange ein Leben neben dem gemeinsamen Leben führen konnte.
Deshalb buchte sie eine Doppelstunde mit mir als Affärenberaterin.
Weil sie Raum brauchte, um einmal alles auszusprechen, ihre Gedanken zu sortieren und Fragen zu stellen, die sie vielleicht sonst niemandem so stellen konnte.
Und ich finde, das war klug. Gerade weil ich seit vielen Jahren mit Menschen in Affären arbeite, kann ich oft Zusammenhänge einordnen, die von außen schwer verständlich sind. Ich entschuldige keine Lügen, keinen Betrug und kein verletzendes Verhalten. Aber ich half ihr, die Dynamik dahinter besser zu verstehen, damit sie nicht in endlosen Fragen hängenblieb.
Warum betrogene Ehefrauen seltener zu mir kommen
Die meisten Menschen, die mich über das Thema Affäre finden, sind Geliebte oder verheiratete Menschen, die zwischen Ehe, Affäre, Verantwortung, Sehnsucht und Schuld feststecken. Sie bekommen bei mir einen Raum, um vertraulich und frei sprechen zu können, Kopf und Herz zu klären, Struktur in ihre nächsten Schritte zu entwickeln, um Entscheidungen treffen zu können. Wir sprechen dabei auch darüber, den Ehepartner in diesem Prozess ab einem gewissen Zeitpunkt mitzunehmen.
Betrogene Ehefrauen kommen seltener zu mir, vielleicht weil sie denken, ich würde eher mit „den anderen“ arbeiten. Vielleicht weil sie Sorge haben, dass ich Affären entschuldige, oder vielleicht auch, weil sie anfangs keinen Ort suchen, an dem die Perspektive des Mannes oder der Geliebten überhaupt vorkommt.
Das kann ich gut verstehen.
Auch als verlassene Ehefrau darfst du dir hier Raum nehmen
Denn gerade diese Gespräche sind oft sehr wertvoll. Ich sehe durch meine Arbeit viele Seiten solcher Dreiecksgeschichten. Und deshalb spreche ich nicht nur von außen über Affären, sondern höre seit vielen Jahren, wie Menschen in diesen Situationen denken, fühlen, vermeiden, hoffen, lügen, leiden, festhalten oder irgendwann gehen.
Ich höre die Männer, die jahrelang nicht gehen und nicht bleiben, ich höre die Geliebten, die warten und hoffen, bis sie selbst nicht mehr können, ich höre Paare, die nach einer Affäre neu anfangen wollen, und ich höre auch die Frauen, die plötzlich mit den Folgen leben müssen.
Allparteilich zu arbeiten bedeutet für mich nicht, dass alles gleich richtig ist
Es bedeutet, dass ich auf alle Beteiligten schaue, ohne zu verurteilen, dass ich Verantwortung benenne, Verletzungen nicht kleinrede und gleichzeitig helfe, die Situation so zu sortieren, dass faire und tragfähige Lösungen möglich werden.
Auch dann, wenn die Ehe nicht mehr zu retten ist. Vielleicht sogar gerade dann.
Größe zeigen heißt nicht, dass wir alles hinnehmen müssen
Größe wird in solchen Situationen manchmal missverstanden, als müsste man still sein, keine Tränen zeigen, großzügig über alles hinwegsehen oder dem Mann den Weg in sein neues Leben möglichst elegant freimachen.
Das meine ich nicht.
Größe zeigen heißt nicht, dass wir keinen Schmerz zeigen, keine Fragen stellen oder keine Grenzen setzen, und es heißt auch nicht, dass wir so tun müssen, als sei das alles irgendwie verständlich, nur weil unser Mann sich innerlich vielleicht schon lange entfernt hatte.
Größe zeigen bedeutet, dass wir bei uns bleiben
Wir müssen nicht betteln, uns nicht vergleichen oder beweisen, dass wir die bessere Frau sind, und auch nicht um einen Platz kämpfen, den unser Mann innerlich vielleicht längst verlassen hat.
Wir sind klar und traurig zugleich, wir sind wütend und brauchen dennoch Abstand. Wir stellen Fragen und ziehen dennoch Konsequenzen.
Der entscheidende Unterschied ist, ob wir aus einer Verletzung heraus nur noch reagieren oder ob wir trotz allem versuchen, wieder einen eigenen inneren Stand zu finden.
Warum Größe zeigen eine gute Entscheidung für unsere Zukunft ist
Größe zu zeigen bedeutet nicht, dem anderen alles leicht zu machen. Es bedeutet, dass wir nicht zulassen, dass unser Schmerz dauerhaft für uns entscheidet.
Denn Schmerz will im Hier und Jetzt oft nur Entlastung. Er will festhalten, kämpfen, Recht bekommen oder dem anderen zeigen, was er angerichtet hat. Das ist verständlich, aber selten entsteht daraus ein guter Boden für die Zukunft.
Wenn wir in unserer Würde bleiben, stellen wir Weichen
Nicht, damit unser Mann zurückkommt, denn Größe zeigen darf kein Mittel zum Zweck sein. Aber falls es irgendwann noch einmal eine echte Annäherung gibt, geschieht sie eher auf einem Boden, der nicht völlig verbrannt ist.
Und wenn es keine Rückkehr gibt, helfen wir uns selbst, eines Tages friedlicher auf diese Ehe zurückzuschauen und nicht nur Bitterkeit, Demütigung oder Kampf mitzunehmen.
Denn unverarbeiteter Schmerz bleibt selten in der alten Beziehung. Oft nehmen wir ihn mit in neue Beziehungen, in unser Vertrauen und in unseren Blick auf Menschen, die es vielleicht gut mit uns meinen.
Dann wird aus der alten Wunde ein Filter. Deshalb ist Würde auch Selbstverantwortung. Weil wir verdienen, frei weiterzugehen.
5 Dinge, die du als verlassene Ehefrau tun kannst
1. Kämpfe nicht um deinen Wert
Wenn dein Mann sich für eine andere Frau entschieden hat oder dir deutlich zeigt, dass er innerlich nicht mehr wirklich bei dir ist, beginnt oft ein schmerzhafter innerer Vergleich, der dich schnell in eine Richtung ziehen kann, die dir nicht guttut.
- Warum sie?
- Was hat sie, was ich nicht habe?
- War unsere Ehe nichts wert?
- Wie kann er mich nach all den Jahren so ersetzen?
Diese Fragen sind menschlich, aber gefährlich wird es, wenn du anfängst, deinen Wert aus seinem Verhalten abzuleiten und ihm beweisen willst, dass du die bessere, tiefere, loyalere oder passendere Frau bist.
Du darfst ihm sagen, was sein Verhalten mit dir macht, du darfst deine Enttäuschung aussprechen und du darfst Klarheit einfordern, aber du musst nicht um deinen Wert kämpfen.
Der steht nicht zur Verhandlung.
2. Sortiere, was du sicher weißt und was dein Kopf daraus macht
Nach dem Auffliegen einer Affäre versucht der Kopf oft, alles zusammenzusetzen, weil er hofft, dass die Geschichte weniger weh tut, wenn sie endlich logisch wird.
- Wann hat es angefangen?
- Was war echt?
- Was war gelogen?
- Welche Zeichen habe ich übersehen?
- Seit wann war er innerlich weg?
Solche Fragen können wichtig sein, aber sie können dich auch zermürben, wenn du aus jedem Detail eine vollständige Erklärung bauen willst und dabei immer tiefer in Grübeleien gerätst.
Darum ist es hilfreich, zu unterscheiden, was du wirklich weißt, was du nur vermutest, welche Antworten du für deinen Frieden brauchst und welche Fragen dich nur noch stärker an die Affäre binden würden.
Nicht jede Antwort heilt.
Manche Antworten reißen nur neue Wunden auf, und manchmal entsteht Frieden nicht dadurch, dass jedes Detail geklärt ist. Frieden kommt eher dadurch, dass du die Geschichte innerlich einordnen kannst.
3. Mach aus deinem Schmerz keine Schuld-Bühne
Wenn man betrogen und verlassen wurde, ist der Impuls verständlich, dass der andere doch bitte sehen soll, was er angerichtet hat.
Er soll merken, wie sehr er verletzt hat, er soll sich schlecht fühlen, er soll begreifen, was er zerstört hat, und vielleicht soll er wenigstens leiden, wenn du schon leidest.
Das ist menschlich.
Aber Schuld hält Menschen vielleicht kurzfristig fest, schafft aber keine echte Verbindung und bindet dich selbst oft noch stärker an den Menschen, von dem du dich innerlich gerade lösen müsstest.
Das bedeutet nicht, dass du ihn schonen musst.
Du darfst klar sagen, dass dich sein Verhalten verletzt hat, dass du Ehrlichkeit verdient gehabt hättest, dass du Abstand brauchst oder dass du nicht bereit bist, so zu tun, als sei das alles einfach normal.
Aber du musst ihn nicht mit Schuld zurückholen. Wenn jemand nur bleibt, weil er sich schuldig fühlt, entsteht daraus kein Frieden.
Für niemanden.
4. Warte nicht nur auf seinen nächsten Schritt
Viele Ehefrauen geraten nach dem Auffliegen einer Affäre in eine Warteschleife, in der sich fast alles nur noch um die Frage dreht, was er als Nächstes tut.
- Kommt er zurück?
- Bereut er es?
- Bleibt er bei ihr?
- Vermisst er mich?
- Wird er irgendwann verstehen, was er verloren hat?
Natürlich sind diese Fragen naheliegend, weil sein Verhalten dein Leben massiv verändert hat. Aber irgendwann wird eine andere Frage wichtiger: Was brauche ich jetzt, um selbst wieder Boden unter die Füße zu bekommen?
Vielleicht brauchst du
- räumlichen Abstand
- klare finanzielle Absprachen
- ein Gespräch über die Kinder
- einen rechtlichen Überblick
- aber auch erstmal nur einen geschützten Raum, in dem du alles aussprechen darfst, ohne sofort funktionieren zu müssen.
Dein nächster Schritt muss nicht groß sein. Aber er sollte deiner sein und nicht nur eine Reaktion auf seine Entscheidung.
5. Hol dir Informationen, aber mach die Affäre nicht zu deinem neuen Mittelpunkt
Es kann sehr entlastend sein, die Dynamik einer Affäre besser zu verstehen, weil dadurch manches, was vorher völlig unbegreiflich wirkte, zumindest einen inneren Zusammenhang bekommt.
- Warum gehen manche Männer nicht, obwohl sie jahrelang eine Affäre haben?
- Warum vermeiden sie klare Gespräche?
- Warum wirken sie manchmal liebevoll und gleichzeitig feige?
- Warum schaffen sie es nicht, ehrlich zu sein, bevor alles eskaliert?
Solche Einordnungen können helfen, ohne den Betrug zu entschuldigen.
Aber es gibt einen Punkt, an dem die Beschäftigung mit der Affäre selbst wieder zum Gefängnis werden kann, weil du dann jede Nachricht, jede Lüge, jede Entscheidung und jede Bewegung zwischen ihm und der anderen Frau rekonstruieren willst.
- Du musst nicht alles wissen.
- Du musst nicht die andere Frau verstehen.
- Du musst nicht sein Innenleben bis ins Letzte entschlüsseln.
- Du darfst genug verstehen, um wieder bei dir anzukommen.
Das ist der Unterschied.
Was du dir jetzt Gutes tun kannst, wenn du als Ehefrau verlassen wurdest
Wenn dein Mann wegen einer Affäre gegangen ist, klingt „Tu dir jetzt etwas Gutes“ vielleicht erst einmal fast zynisch. Als würde ein Spaziergang, ein Bad oder ein Treffen mit einer Freundin ausreichen, um diesen inneren Absturz aufzufangen.
So einfach ist es natürlich nicht.
Und trotzdem braucht dein Körper, deine Seele und dein Kopf jetzt kleine Inseln, auf denen nicht nur die Affäre, sein Verhalten und die andere Frau im Mittelpunkt stehen.
Gut zu dir sein bedeutet in dieser Phase nicht, dass du schon loslassen musst
Es bedeutet auch nicht, dass du stark wirken oder schnell wieder funktionieren sollst.
Es bedeutet eher:
- Du darfst essen, auch wenn dir der Appetit fehlt.
- Du darfst schlafen, auch wenn dein Kopf noch sucht.
- Du darfst Menschen einweihen, die dich nicht zusätzlich beschämen.
- Du darfst Gespräche begrenzen, wenn sie dich nur wieder in die alte Wunde ziehen.
- Du darfst Abstand nehmen, bevor du dich in Nachrichten, Erklärungen oder neuen Verletzungen verlierst.
Viele betrogene Frauen versuchen in den ersten Wochen, alles gleichzeitig zu schaffen: verstehen, reagieren, funktionieren, Kinder auffangen, Familie informieren, Haltung bewahren und innerlich nicht zusammenbrechen.
Du musst diese Krise nicht perfekt bewältigen
Manchmal ist Selbstfürsorge in so einem Moment sehr schlicht: heute nicht noch einmal seine Social-Media-Profile anschauen. Heute nicht die andere Frau recherchieren. Heute nicht die hundertste Nachricht schreiben. Heute jemanden anrufen, der dich hält, statt dich anzutreiben.
Und manchmal ist Selbstfürsorge auch ganz praktisch: einen rechtlichen Überblick bekommen, finanzielle Fragen sortieren, klare Absprachen einfordern oder dir professionelle Unterstützung holen, damit du nicht alles allein in deinem Kopf verarbeiten musst.
Du musst jetzt nicht sofort wissen, wie dein neues Leben aussieht. Aber du darfst beginnen, dich wieder wie eine Person zu behandeln, die Schutz, Respekt und Fürsorge verdient. Nicht erst, wenn du darüber hinweg bist. Sondern gerade jetzt.
Frieden bedeutet nicht, dass es nicht wehgetan hat
Am Ende unserer Doppelstunde war nicht alles gut, denn eine jahrelange Ehe, eine Affäre, eine Trennung und dieser plötzliche Bruch verschwinden nicht, nur weil man zwei Stunden darüber spricht.
Aber etwas hatte sich sortiert.
Sie verstand besser, welche Zeichen sie rückblickend anders einordnen konnte, sie verstand, warum sein Verhalten nicht ganz aus dem Nichts kam, und sie konnte deutlicher sehen, dass ihre Würde nicht davon abhängt, ob er ihren Wert noch erkennt.
Vielleicht war genau das der wichtigste Punkt.
Sie hatte den Platz an seiner Seite freigeräumt, aber sie hatte sich selbst nicht aufgegeben.
Und das ist ein großer Unterschied.
Wenn du als Ehefrau gerade verstehen willst, was passiert ist
Wenn du von einer Affäre erfahren hast oder dein Mann dich wegen einer anderen Frau verlassen hat, musst du nicht sofort stark, klar oder souverän sein.
Vielleicht bist du erschöpft, wütend, fassungslos oder voller Fragen. Vielleicht willst du verstehen, was du nicht gesehen hast, wann er innerlich gegangen ist und wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Auch als betrogene und verlassene Ehefrau bist du bei mir richtig
In meiner Beratung geht es nicht darum, dich in eine Richtung zu drängen: nicht in Kampf, nicht in schnelle Vergebung, nicht in Trennung und auch nicht in ein „du musst jetzt würdevoll reagieren“.
Ich stelle dir Fragen, die dich aus dem Gedankenkarussell holen und dir helfen, innerlich zu sortieren:
- Was ist wirklich passiert?
- Was weißt du sicher?
- Was vermutest du nur?
- Welche Fragen an deinen Mann bringen dich weiter?
- Und was brauchst du jetzt, um wieder stabiler zu werden?
So entsteht wieder mehr Klarheit im Kopf. Oft auch mehr Frieden, weil die Geschichte nicht mehr nur als Schock, Kränkung oder endlose Grübelei in dir arbeitet.
Aus dieser inneren Ordnung heraus kannst du andere Gespräche mit deinem Mann führen: klarer, ruhiger und mehr hinter dir selbst stehend.
Wir sortieren auch ganz praktisch, was du jetzt brauchst
Du kannst danach gut für dich sorgen, deine Interessen schützen und die nächsten Schritte bewusst in die Hand nehmen.
Je nach Situation kann das bedeuten, eine Trennung fair und friedlicher abzuwickeln. Oder zu prüfen, ob es noch einen ehrlichen Weg zurück zueinander geben kann.
Du musst jetzt nicht sofort wissen, wie alles ausgeht. Aber du darfst wieder Stabilität finden, von der aus du klarer entscheiden und handeln kannst.
Fazit: Gehen und gut zu dir sein
Wenn dein Mann dich wegen einer Affäre verlassen hat, bricht oft nicht nur eine Ehe weg, sondern auch ein Stück Sicherheit, Vertrauen und Zukunftsbild.
Und vielleicht fühlst du dich gerade alles andere als stark.
Dann musst du jetzt auch nicht stark sein. Du musst nicht sofort verstehen, nicht verzeihen, nicht souverän reagieren und auch nicht so tun, als wärst du schon weiter, als du innerlich bist.
Alles, was hier steht, ist keine Pflicht. Es sind Gedanken und Empfehlungen, die dir helfen können, dich in diesem schmerzhaften Prozess nicht selbst zu verlieren.
Du sollst ihn nicht kampflos aufgeben. Aber du bewahrst dir eine Ebene, auf der vieles möglich bleiben kann: vielleicht eine Rückkehr, vielleicht ein friedlicheres Loslassen, vielleicht irgendwann ein Weitergehen ohne Bitterkeit.
Manchmal beginnt Frieden damit, dass du die Geschichte sortierst, dich selbst wieder spürst und langsam erkennst: Ich bin noch da.

FAQ: Verlassen worden sein wegen einer Affäre
Du musst nicht sofort stark, klar oder souverän sein. Wichtig ist zuerst, dass du wieder Boden unter die Füße bekommst. Das kann bedeuten, Abstand zu brauchen, klare Absprachen zu treffen, deine Geschichte zu sortieren oder dir Unterstützung zu holen, um zu verstehen, was passiert ist, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Würde bedeutet nicht, dass du keinen Schmerz zeigst oder alles hinnimmst. Würde bedeutet, dass du bei dir bleibst, dich nicht kleinmachst, nicht um deinen Wert kämpfst und dich nicht in einen Kampf um seinen Blick ziehen lässt. Du darfst traurig, wütend und verletzt sein und trotzdem klare Grenzen setzen.
Du darfst aussprechen, was sein Verhalten mit dir macht, und du darfst Klarheit einfordern. Aber du solltest nicht um deinen Wert kämpfen oder versuchen zu beweisen, dass du die bessere Frau bist. Wenn ein Mann innerlich längst nicht mehr wirklich bei dir ist, wird der Kampf um seine Aufmerksamkeit oft sehr verletzend für dich selbst.
Weil oft nicht nur der Betrug schmerzt, sondern auch die Lücke zwischen dem Leben, das du geglaubt hast zu führen, und der Wahrheit, die plötzlich sichtbar wird. Rückblickend gab es vielleicht Zeichen wie Abstand, weniger Nähe oder ausweichende Gespräche, aber mitten im Alltag erkennt man das nicht immer sofort.
Ja, besonders wenn du deine Geschichte in Ruhe sortieren möchtest. In einer Beratung kannst du aussprechen, was passiert ist, Fragen stellen und besser einordnen, welche Dynamiken eine Rolle gespielt haben könnten. Es geht nicht darum, Schuld zu verteilen, sondern darum, wieder Klarheit, Stabilität und einen eigenen nächsten Schritt zu finden.

Vielleicht liest du diesen Text gerade, weil du nicht nur verletzt bist, sondern weil du verstehen willst, was eigentlich passiert ist.
Nicht, um sein Verhalten zu entschuldigen oder dich selbst verantwortlich zu machen.
Sondern um wieder Boden unter die Füße zu bekommen.
Genau dafür kann eine Beratung mit mir hilfreich sein: Wir sortieren gemeinsam, was du sicher weißt, was dich quält, welche Fragen wirklich wichtig sind und welcher nächste Schritt dich jetzt stabilisiert.
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Herzlich
Silke Setzkorn

Über die Autorin
Silke Setzkorn ist systemisch-psychologische Beraterin und seit über 15 Jahren auf Affärenberatung für verheiratete Männer spezialisiert. Über 40.000 Gespräche, Autorin von 3 Büchern, u. a. „So lieben Männer in Affären“ und Host des Podcasts „Affären-Kompass®“. Sie schreibt über Entscheidungen und Dynamiken in Affären.
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