Wenn alte Liebesgefühle trotz Ehe wieder auftauchen: Ein Beratungsfall aus meiner Praxis über Frank und Nina.
Du hättest nie gedacht, dass du einmal hier stehen würdest:
Verheiratet und in einer Affäre. Und ausgerechnet mit der alten großen Liebe.
Zwischen Schuldgefühlen und Sehnsucht, zwischen Verantwortung und dem Wunsch nach Nähe fühlt sich jeder Gedanke wie ein innerer Spagat an.
Vielleicht fragst du dich, ob du egoistisch bist. Oder ob diese Gefühle ein Zeichen sind, das du nicht länger ignorieren darfst. Gleichzeitig hast du Angst vor vorschnellen Entscheidungen – denn egal, wie du dich entscheidest, jemand wird verletzt.
Dieser Artikel lädt dich ein, einen Schritt zurückzutreten. Nicht um sofort Antworten zu finden, sondern um deine Gefühle wirklich zu verstehen, ohne moralische Urteile. Denn erst wenn du erkennst, warum dich diese alte Liebe noch immer berührt, kannst du Klarheit gewinnen – und Entscheidungen treffen, die sich nicht nur richtig anfühlen, sondern es auch sind.
Du willst diesen Blogpost anhören? Gesprochen von Silke Setzkorn

Warum vergangene Beziehungen emotional weiterleben
Frank ist seit zweiundzwanzig Jahren verheiratet. Als er zu mir in die Beratung kam, war er innerlich sehr unruhig. Er sagte gleich zu Beginn, dass er sich selbst nicht mehr richtig vertraue und Angst habe, sich von seinen Gefühlen treiben zu lassen.
Nina war seine erste große Liebe. Eine Frau, die ihn damals sehr geprägt hatte. Sie war inzwischen frisch getrennt aus einer langen Ehe und selbst emotional noch nicht wirklich frei. Trotzdem entstand zwischen den beiden sehr schnell eine Affäre.
Frank beschrieb diese Zeit als intensiv und zugleich befremdlich. Alles fühlte sich vertraut an, obwohl es gleichzeitig neu war. Er fühlte sich lebendig, gesehen und emotional verbunden. Gleichzeitig war da eine große Unsicherheit. Er fragte sich, was das alles zu bedeuten habe und ob er gerade dabei sei, sein Leben zu zerstören oder endlich ehrlich zu leben.
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Unerfüllte Bedürfnisse in der Ehe
In solchen Situationen wirken mehrere Ebenen gleichzeitig.
Da ist die alte Liebe, die sofort Vertrautheit erzeugt. Da ist die Affäre, die Nähe ohne Alltag bietet. Und da ist eine Ehe, in der sich über Jahre etwas verschoben hat.
Frank begann sich zu fragen, ob Nina vielleicht immer schon die richtige Frau für ihn gewesen sei. Ob das Leben ihm jetzt eine zweite Chance gebe. Ob das alles ein Zeichen sei, dass er sich endlich trennen müsse.
Gleichzeitig machte ihm genau dieser Gedanke Angst.
Er hatte Sorge, zu früh zu handeln. Er hatte Angst, später festzustellen, dass er sich von einem Gefühl hat mitreißen lassen, das gar nicht tragfähig war.

Nostalgie, Erinnerung und emotionale Bindung unterscheiden
Ein wichtiges Thema in Affären ist die emotionale Abnabelung vom Ehepartner.
Viele Menschen verstehen darunter einen Auszug oder eine räumliche Trennung. Doch Abnabelung findet nicht im Außen statt, sondern im Inneren.
Frank hatte über zwei Jahrzehnte eine tiefe Bindung zu seiner Frau aufgebaut. Diese Bindung besteht nicht nur aus Liebe, sondern auch aus Gewohnheit, Verantwortung, gemeinsamen Erinnerungen und einer gemeinsamen Identität. Das lässt sich nicht einfach abschalten.
Aus meiner Erfahrung braucht ein echter Abnabelungsprozess meist zwei bis drei Jahre. Diese Zeit ist nötig, um emotionale Verstrickungen zu lösen. Das bedeutet nicht, dass wir diese Zeit in unserer Ehe bleiben müssen. Aber wir sind lange nicht wirklich frei.
Die Beratungsgespräche in all den Jahren haben gezeigt: Wer diesen Prozess abkürzt, der bringt sich in einem inneren Ausnahmezustand.
Schuldgefühle, Zweifel und Überforderung: Warum Männer (erstmal) zurückkehren
Frank hatte den Satz in meinem Podcast Affären-Kompass gehört, dass Männer oft zurückkehren, wenn sie zu früh gehen. Dieser Satz hat ihn länger beschäftigt.
In all den Beratungsjahren wurde deutlich, dass viele Menschen ihre Ehe in einer Phase großer emotionaler Aufladung verlassen. Die Affäre fühlt sich leicht an. Alles wirkt hoffnungsvoll. Doch wenn der Alltag beginnt, zeigt sich oft, dass die innere Trennung noch nicht vollzogen war.
Dann kommen Schuldgefühle, Zweifel und Überforderung. Nicht selten führt das zurück in die Ehe. Nicht, weil der ehemalige Partner doch noch sehr geliebt wurde, oder, weil die Beziehung zum Affärenpartner falsch war. Sondern weil der innere Prozess nicht abgeschlossen war.
Gefühle zulassen, ohne ihnen ausgeliefert zu sein
Ich stellte Frank Fragen, die ihm halfen, genauer hinzuschauen.
Er sagte, dass er nicht eifersüchtig sei, wenn es um seine Frau gehe. Ich fragte ihn, wie er reagiert, wenn sie ihr eigenes Leben lebt, abends unterwegs ist oder am Wochenende ohne ihn verreist.
Frank erwiderte, dass er keine Eifersucht verspürte.
Stattdessen war da ganz viel Frust und Einsamkeit, weil seine Frau sich viel um ihr Business und sich selbst kümmerte. Er fühlte sich emotional vernachlässigt und nicht mehr wichtig. Aber anstatt das anzusprechen, hat er auch sein eigenes Ding gemacht: er war viel mit Freunden Wandern gegangen, alleine verreist und schließlich in der Affäre gelandet.
Diese Erkenntnis war zentral. Denn sie zeigte, dass die Affäre zu Nina nicht einfach aus dem Nichts entstanden war.
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Warum moralische Verurteilung nicht weiterhilft
Frank erkannte, dass Nina etwas in ihm angesprochen hatte, das in seiner Ehe lange zu kurz gekommen war. Er fühlte sich gesehen, bestätigt und emotional nah. Das hatte weniger mit Nina als Person zu tun, sondern viel mit seinem inneren Mangel.
Hinzu kam die alte Geschichte. Sie hatte ihre Beziehung damals zu ihn beendet, weil sie bereits eine Familie gründen wollte, er noch nicht. Aber Nina war damals seine Traumfrau gewesen. Das verstärkte seine Idealisierung und das Gefühl, dass diese Verbindung etwas Besonderes sei.
In der Beratung wurde klar, dass die Affäre für Frank eine Kompensation war. Sie war ein Signal. Aber sie war noch keine Antwort. Er erkannte, dass er sich moralisch nicht mehr verurteilen sollte, wenn er jetzt weiterkommen wollte.
Gefühle verstehen, bevor Entscheidungen getroffen werden
Menschen können die Intensität einer Affäre mit Liebe verwechseln. Doch Nähe ohne Alltag sagt wenig über Tragfähigkeit aus. Ehe und Affäre lassen sich nicht fair vergleichen, weil sie unter völlig unterschiedlichen Bedingungen stattfinden.
Ein weiterer Stolperstein ist die fehlende Abnabelung auf beiden Seiten. Nina war weiter als er, aber selbst frisch getrennt. Zwei nicht wirklich geklärte Bindungen verstärken Unsicherheit und emotionale Abhängigkeit.
Besonders riskant ist es, Entscheidungen aus Angst zu treffen. Auszuziehen, um Klarheit zu erzwingen, führt selten zu innerer Ruhe.
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Woran erkenne ich, ob es wirklich Liebe ist?
Eine wichtige Erkenntnis für Frank war, dass echte Liebe Zeit braucht.
Sie hält Unsicherheit aus, sie drängt nicht und bleibt auch dann, wenn die Euphorie nachlässt.
Ich fragte Frank, ob er Nina auch dann wollen würde, wenn der Alltag dazukommt. Ob sein Wunsch bleibt, wenn das Gefühl nicht mehr neu ist. Und ob er Nina liebt oder das Gefühl, endlich wieder emotional wichtig zu sein.
Und was ist mit seiner Frau?
Parallel dazu begann ich mit Frank ehrlich auf seine Ehe zu schauen. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus Verantwortung. Er prüfte, ob er seine Verletzung ansprechen kann, ohne anzugreifen. Er wollte herausfinden, ob seine Frau bereit ist, sich emotional zu öffnen. Er wollte die Chance haben, echte Antworten von ihr zu bekommen. Und herausfinden, ob er selbst noch bereit ist, sich einzulassen.
Ich bereitete Frank auf seinen Wunsch hin auf die Gespräche mit seiner Frau vor.
Franks Feedback aus dem Prozess
Nach unseren Gesprächen sagte Frank, dass er zum ersten Mal das Gefühl habe, nicht sofort handeln zu müssen. Er verstand besser, was in ihm vorgeht und warum Eile gefährlich ist.
Er traf keine vorschnelle Entscheidung und hörte auf, Nina als Lösung zu sehen. Er begann, sich selbst ernst zu nehmen.
Welche Frau ist die Richtige für ihn?
Die Antwort entsteht nicht im Rausch der Gefühle.
Sie entsteht im Prozess der inneren Klärung, das hatte er erkannt.
Nicht die Frau steht am Anfang der Entscheidung, sondern seine eigene emotionale Reife im Umgang mit der Situation. Erst wenn Abnabelung gelingt und seine innere Stabilität wächst, wird sichtbar, welche Beziehung für ihn eine Zukunft haben kann.

Warum ich mit Menschen in solchen Situationen arbeite
Fälle wie der von Frank begegnen mir in meiner Beratung häufig. Menschen kommen nicht, weil sie leichtfertig handeln wollen, sondern weil sie spüren, dass sie sich selbst nicht mehr sicher sind. Sie wollen verstehen, was mit ihnen passiert, bevor sie Entscheidungen treffen, die ihr Leben nachhaltig verändern.
In meiner Beratung geht es nicht darum, jemanden in eine bestimmte Richtung zu lenken oder schnelle Lösungen zu liefern. Es geht darum, innere Prozesse sichtbar zu machen, emotionale Verstrickungen zu ordnen und wieder Zugang zu einer eigenen, tragfähigen Entscheidungsbasis zu finden.
Gerade in Dreieckskonstellationen zwischen Ehe, Affäre und Trennung ist es wichtig, langsamer zu werden, statt sich vom inneren Druck treiben zu lassen.
Viele meiner Klienten berichten, dass es ihnen hilft, ihre Gefühle einordnen zu können. Sie erleben, dass Ambivalenz kein Zeichen von Schwäche ist, sondern ein Hinweis darauf, dass etwas Wichtiges verstanden werden will. In diesem Raum entsteht nach und nach Klarheit, die nicht aus Angst oder Euphorie geboren ist, sondern aus innerer Stabilität.
Auch Frank hat in diesem Prozess gelernt, sich selbst ernst zu nehmen und nicht vorschnell zu handeln. Er musste keine Entscheidung erzwingen, sondern durfte verstehen, warum ihn diese Situation so stark berührt und was sie über seine Bedürfnisse, seine Bindungen und seine Grenzen aussagt.
Du steckst auch zwischen Ehe und Affäre?
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dich vieles davon direkt betrifft: Allein aus dieser gedanklichen Schleife auszusteigen, ist oft schwer. Man sieht klar, was einen belastet – aber nicht, wie man es verändern kann, ohne noch mehr Chaos zu verursachen.
Genau dabei begleite ich dich in deiner Beratung: Wir sortieren deine Gedanken, finden heraus, was du wirklich willst, und entwickeln konkrete Schritte, die sich für dich gut anfühlen.

Ich bin Silke Setzkorn, Affären-Expertin, Online Beziehungs-Coach und Buch-Autorin
Lass uns deine Geschichte von A bis Z genau durchleuchten. Wir besprechen alles, was dich gerade beschäftigt. Keine Sorge, ich werde dir keine vorgefertigte Meinung aufdrücken.
Statt weiter zu grübeln, handle lieber so, dass es sich richtig anfühlt und du euer Drehbuch voranbringst.
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Okay, ja, du könntest natürlich auch einfach weitermachen wie immer…
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Ich freue mich, dich im 1:1 zu begleiten und bin gespannt, dich kennenzulernen!
Herzlichst,
Silke Setzkorn
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