Hübsches Paar flirtet miteinander.

Gründe fürs Fremdgehen: Warum Menschen untreu werden und wie Affären entstehen

Warum gehen Menschen fremd, obwohl sie ihren Partner vielleicht noch lieben? Früher war ich überzeugt: Affären drehen sich in erster Linie um Sex. Doch die Beratungen mit Frauen und Männern in über 15 Jahren haben mir etwas ganz anderes gezeigt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fremdgehen entsteht selten aus einem einzigen Grund. Häufig kommen unerfüllte Bedürfnisse, innere Rechtfertigungen und Gelegenheit zusammen.
  • Zu den häufigsten Gründen fürs Fremdgehen gehören Gelegenheit, fehlende Liebe, Wunsch nach Abwechslung, sexuelles Verlangen, Vernachlässigung, Rache, Selbstwertthemen und geringe Verbindlichkeit.
  • Untreue ist nicht immer nur ein Symptom der aktuellen Beziehung. Auch persönliche Muster wie Bindungsangst, Nähe-Distanz-Probleme, Impulsivität oder alte Beziehungserfahrungen können eine Rolle spielen.
  • Männer und Frauen nennen teilweise unterschiedliche Gründe fürs Fremdgehen. Das sind aber Muster, keine Naturgesetze.
  • Besonders heikel wird es, wenn ein Paar nie klar besprochen hat, was Treue eigentlich bedeutet: Ist Schreiben mit anderen okay? Ist Flirten schon Betrug? Sind wir wirklich exklusiv?

Du willst diesen Blogpost anhören? Gesprochen von Silke Setzkorn


Früher dachte ich, Affären drehen sich vor allem um Sex

Nach vielen Jahren Beratung mit Frauen und Männern sehe ich das deutlich differenzierter. Natürlich kann sexuelles Verlangen eine Rolle spielen. Aber Untreue entsteht selten nur aus Lust. Viel häufiger treffen mehrere Dinge aufeinander: ein unerfülltes Bedürfnis, eine innere Rechtfertigung und dann eine Gelegenheit, die plötzlich sehr nah ist.

Und genau deshalb ist die Frage „Warum ist er fremdgegangen?“ oder „Warum ist sie untreu geworden?“ oft so schwer zu beantworten.

Weil es meistens nicht den einen Grund gibt

Manchmal fehlt Liebe, manchmal fehlt Nähe und Sex. Manchmal fehlt Klarheit über die Beziehung. Und manchmal bringt jemand persönliche Muster mit, die in der aktuellen Partnerschaft nur sichtbar werden.

In diesem Artikel schauen wir auf die wichtigsten Gründe fürs Fremdgehen: ohne Untreue zu entschuldigen, aber auch ohne sie zu einfach zu erklären.

Denn wenn du verstehen willst, wie eine Affäre entstehen konnte, brauchst du mehr als einen schnellen Satz wie: „Da hat eben jemand seinen Partner nicht mehr geliebt.“

So leicht ist es meistens nicht.

Wie häufig passiert Fremdgehen eigentlich?

Untreue ist kein Randthema, auch wenn viele Betroffene sich im ersten Moment genau so fühlen: allein, beschämt, fassungslos.

Die Zahlen schwanken, weil nicht alle Menschen dasselbe unter Fremdgehen verstehen. Für die einen beginnt Untreue erst beim Sex. Für andere beginnt sie schon bei heimlichen Nachrichten, emotionaler Nähe oder regelmäßigem Flirten.

Dazu kommt: Viele geben Fremdgehen in Befragungen nicht offen zu. Gerade weil Untreue moralisch so stark aufgeladen ist, bleibt das Thema oft im Dunkelfeld.

Eine repräsentative Befragung des Instituts Norstat im Auftrag der Zeitschrift „Playboy“, über die unter anderem WELT und Tagesspiegel berichteten, kam 2024 zu dem Ergebnis: Etwa jeder vierte Mensch in Deutschland war in einer Beziehung schon einmal untreu. In dieser Befragung gaben 26 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer an, bereits fremdgegangen zu sein.

Das heißt nicht, dass Fremdgehen normal oder harmlos ist. Es heißt nur: Wer davon betroffen ist, ist mit dieser Erfahrung nicht allein.

Auch das Survey Center on American Life weist darauf hin, dass Untreue in Umfragen schwer sauber zu erfassen ist, weil viele Menschen aus Scham oder Angst nicht ehrlich antworten. Gleichzeitig zeigen Langzeitdaten dort keine dramatische Zunahme von Untreue, obwohl das Thema durch Social Media, Datingapps und virale Betrugsgeschichten heute viel sichtbarer wirkt.

Für die Gründe hinter Untreue ist eine Studie der University of Maryland besonders interessant. Dort wurden acht häufige Motive für Fremdgehen herausgearbeitet: Wut, sexuelles Verlangen, fehlende Liebe, Vernachlässigung, geringe Verbindlichkeit, Situation oder Gelegenheit, Selbstwert und Wunsch nach Abwechslung.

Das passt sehr gut zu dem, was ich in meiner Beratung immer wieder sehe

Nicht jede Affäre beginnt mit: „Ich liebe meinen Partner nicht mehr.“ Manchmal beginnt sie mit: „Ich wollte mich endlich wieder gesehen fühlen.“ Oder mit: „Es war doch nur ein Chat.“ Oder mit: „Ich habe das nach all den Jahren auch mal verdient.“

Und spätestens an diesem Punkt wird es spannend.

Warum betrügen Männer und Frauen? Typische Muster ohne Klischee

Oft werde ich in den Beratungen gefragt: „Gehen Männer aus anderen Gründen fremd als Frauen?“

Meine Antwort ist vorsichtig: Ja, manchmal gibt es unterschiedliche Muster. Aber daraus sollte man keine starren Schubladen machen.

Die Norstat-Befragung, über die WELT und Tagesspiegel berichteten, zeigt genau diese Tendenz: Frauen nannten häufiger emotionale Unzufriedenheit als Grund fürs Fremdgehen. Männer nannten eher Gelegenheit, Abenteuerlust oder seltenen Sex.

Das deckt sich auch mit vielen Gesprächen aus meiner Beratung.

Frauen berichten häufiger von emotionaler Unzufriedenheit. Sie fühlen sich nicht mehr gesehen, nicht mehr wichtig, nicht mehr berührt. Nicht nur körperlich, sondern innerlich. Sie sehnen sich nach Gespräch, Zuwendung, Aufmerksamkeit und nach dem Gefühl: Da interessiert sich jemand wirklich für mich.

Männer nennen häufiger sexuelle Motive, Gelegenheit, Abenteuerlust oder den Wunsch nach Abwechslung. Aber auch das ist nicht so schlicht, wie es klingt. Hinter „Sex“ steckt oft nicht nur körperliches Verlangen, sondern auch das Bedürfnis, sich begehrt, frei, männlich, lebendig oder wieder selbstwirksam zu fühlen.

Und natürlich gibt es auch Männer, die aus emotionaler Einsamkeit fremdgehen. Und es gibt Frauen, die aus Lust, Neugier oder Abenteuerlust untreu werden.

Wichtiger ist die Frage, welcher innere Motor wirklich aktiv war:

  • War es Einsamkeit?
  • War es Wut?
  • War es Flucht?
  • War es Bestätigung?
  • War es Langeweile?
  • War es Näheangst?
  • War es eine Gelegenheit?
  • Oder war es das Gefühl, in der eigenen Beziehung nicht mehr vorzukommen?
Frau umarmt ihren Mann und flirtet über seinen Rücken mit einem anderen Mann.

Wann beginnt Fremdgehen eigentlich?

Für manche Menschen ist die Sache klar: Fremdgehen beginnt beim Sex. Für andere beginnt es viel früher.

Es beginnt beim heimlichen Schreiben, beim Löschen von Nachrichten, beim ständigen Flirten, beim emotionalen Anvertrauen an eine andere Person, beim bewussten Verschweigen oder beim inneren Auswandern aus der Beziehung.

Und genau hier entstehen viele Verletzungen, weil beide oft nie wirklich darüber gesprochen haben, was Treue für sie bedeutet.

  • Der eine denkt: „Ein bisschen Schreiben ist doch harmlos.“
  • Der andere fühlt: „Du teilst etwas mit ihr, das eigentlich zu uns gehört.“
  • Der eine sagt: „Es war doch nichts Körperliches.“
  • Der andere denkt: „Aber du warst emotional längst woanders.“

Wie unterschiedlich Menschen Untreue bewerten, zeigen auch Umfragen. ZDFheute berichtete 2024 zum Beispiel, dass Küssen außerhalb der Beziehung nicht von allen gleich bewertet wird. Laut dieser Umfrage empfanden 57 Prozent der Befragten Fremdknutschen als Untreue. Frauen bewerteten diesen Punkt strenger als Männer.

Solche Zahlen zeigen vor allem eines: Viele Paare glauben, sie hätten dieselben Grenzen. In Wahrheit haben sie diese Grenzen aber nie sauber miteinander ausgesprochen.

So entstehen Grauzonen. Und in Grauzonen passiert oft mehr, als man sich am Anfang eingestehen will.

Unklare Verbindlichkeit: Wenn niemand richtig besprochen hat, was eigentlich gilt

Ein Punkt wird beim Thema Fremdgehen oft unterschätzt: Manche Menschen gehen nicht fremd, weil sie die Beziehung innerlich gekündigt haben, sondern weil nie sauber geklärt wurde, wie verbindlich diese Beziehung überhaupt ist.

Das betrifft nicht nur junge Paare oder lockere Beziehungen. Auch langjährige Paare leben manchmal jahrelang mit unausgesprochenen Annahmen. Beide glauben, sie hätten dasselbe Beziehungsmodell unterschrieben. Tatsächlich haben sie aber nie gemeinsam gelesen, was im Kleingedruckten steht.

  • Der eine denkt: „Natürlich sind wir exklusiv.“
  • Der andere denkt: „Solange nichts Ernstes passiert, ist Flirten okay.“
  • Der eine empfindet emotionale Nähe zu einer anderen Person als Vertrauensbruch.
  • Der andere sagt: „Ich habe doch nur geschrieben.“
  • Der eine erwartet Transparenz.
  • Der andere hält Privatsphäre für unantastbar.

Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Untreue, es geht um unterschiedliche Regeln, die nie ausgesprochen wurden.

Das ist etwas anderes als geringe Loyalität. Geringe Loyalität klingt nach innerer Distanz, nach „Ich fühle mich dir sowieso nicht mehr verpflichtet“.

Unklare Verbindlichkeit kann aber auch Paare treffen, die sich mögen, lieben oder eine Zukunft miteinander wollen. Nur haben sie nie über die Spielregeln gesprochen:

  • Was gilt bei uns als Betrug?
  • Sind emotionale Affären auch Untreue?
  • Darf man mit Ex-Partnern schreiben?
  • Ist Flirten okay?
  • Was ist mit Datingapps, heimlichen Chats, Pornografie, Sexting, Dienstreisen oder alten Bekanntschaften?

Viele Paare sprechen erst darüber, wenn der Schaden schon entstanden ist. Und dann stehen beide fassungslos voreinander.

  • Der eine sagt: „Ich wusste nicht, dass dich das so verletzt.“
  • Der andere sagt: „Ich wusste nicht, dass ich dir das erklären muss.“

Genau deshalb ist Verbindlichkeit Beziehungsschutz.

Aggressive couple arguing about their problems at home.

Die acht häufigsten Gründe fürs Fremdgehen

Damit du schneller einordnen kannst, was in deiner Situation eine Rolle spielen könnte, findest du hier zunächst die kurze Übersicht.

1. Gelegenheit

Fremdgehen entsteht manchmal, weil eine Situation plötzlich offen ist: Firmenfeier, Dienstreise, Alkohol, alte Bekanntschaft, Chat, Urlaub oder Krise. Nicht jede Gelegenheit führt zur Untreue. Aber sie kann der letzte Auslöser sein.

2. Fehlende Liebe

Wenn das Gefühl für den Partner leiser wird, entsteht Distanz. Manche suchen dann im Außen das Kribbeln, die Nähe oder die Lebendigkeit, die sie in der eigenen Beziehung vermissen.

3. Wunsch nach Abwechslung

In langen Beziehungen kann Vertrautheit schön sein. Sie kann aber auch nach Routine schmecken. Eine Affäre verspricht dann Reiz, Spannung und das Gefühl, wieder aus dem Alltag auszubrechen.

4. Sexuelles Verlangen

Wenn sexuelle Bedürfnisse dauerhaft unerfüllt bleiben oder sehr unterschiedlich sind, kann Fremdgehen als Ventil entstehen. Nicht immer, weil Liebe fehlt. Eher, weil ein wichtiger Bereich der Beziehung nicht mehr lebendig ist.

5. Vernachlässigung

Wer sich über lange Zeit nicht gesehen, nicht wichtig oder emotional allein fühlt, wird empfänglicher für Aufmerksamkeit von außen. Die Affäre füllt dann eine Lücke, die zu Hause schmerzt.

6. Rache und Wut

Manche gehen fremd, weil sie verletzt wurden. Aus Trotz, Kränkung oder Vergeltung. Für einen kurzen Moment fühlt sich das nach Macht an. Danach ist der Schaden meist größer als vorher.

7. Selbstwert

Eine Affäre kann das Gefühl geben: Ich bin noch attraktiv, werde begehrt, bin interessant. Gerade wenn der Selbstwert angeschlagen ist, kann Bestätigung von außen sehr stark wirken.

8. Geringe Loyalität oder innere Distanz

Wenn sich jemand innerlich längst aus der Beziehung verabschiedet hat, verliert Treue an Bedeutung. Fremdgehen ist dann oft kein Ausrutscher, eher ein Zeichen dafür, dass die Bindung schon lange brüchig ist.

1. Gelegenheit: Wenn der Moment stärker wird als die Vernunft

Viele Affären beginnen unscheinbarer, als man denkt. Sie beginnen nicht unbedingt mit einem großen Plan. Sie beginnen auch nicht immer mit einer bewussten Entscheidung gegen den Partner. Eher mit einer Situation, die langsam kippt.

Eine Firmenfeier, ein Glas zu viel. Eine Dienstreise oder ein Chat, der eigentlich harmlos begann. Eine alte Liebe, die sich wieder meldet. Ein Kollege, der plötzlich sehr aufmerksam ist.

Und auf einmal fühlt sich etwas lebendig an, das lange gefehlt hat.

Gelegenheit allein macht natürlich noch keine Affäre. Es braucht immer auch eine innere Bereitschaft, eine Grenze zu überschreiten. Aber die Gelegenheit kann der Moment sein, in dem aus einem Gedanken eine Handlung wird.

Vorher war es vielleicht nur Fantasie. Dann kommt der Blick, die Nachricht, der Kuss oder die Nacht. Und am nächsten Morgen steht jemand da und sagt: „Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte.“

Doch meistens stimmt das nicht ganz.

Es ist nicht einfach passiert. Es hat sich angebahnt.

2. Fehlende Liebe: Wenn die Verbindung leise verschwindet

Liebe geht selten mit einem lauten Knall, sie verschwindet oft zaghaft. Erst redet man weniger, dann berührt man sich weniger. Danach fragt man nicht mehr wirklich nach. Irgendwann funktioniert man nur noch nebeneinander her.

Von außen sieht die Beziehung vielleicht stabil aus: Es gibt Alltag, Termine, Kinder, Verpflichtungen, vielleicht sogar gemeinsame Urlaube. Aber innen fehlt etwas.

Manche spüren dann: Ich mag meinen Partner noch, aber ich erreiche ihn nicht mehr.

Oder: Ich schätze sie, aber ich begehre sie nicht mehr.

Oder: Wir sind ein gutes Team, aber kein Liebespaar mehr.

Wenn in dieser Phase ein anderer Mensch auftaucht, der wieder etwas berührt, kann das sehr gefährlich werden. Nicht, weil dieser Mensch automatisch „die große Liebe“ ist. Er macht einen inneren Mangel sichtbar.

Plötzlich fühlt sich jemand wieder wach. Und genau dieses Wachwerden kann süchtig machen.

3. Wunsch nach Abwechslung: Wenn Sicherheit eng wird

Verlässlichkeit ist etwas Schönes. Man weiß, wer abends nach Hause kommt. Man kennt den Geruch, die Stimme, die Macken, die Abläufe. Man hat Geschichte miteinander. Aber genau diese Vertrautheit kann für manche Menschen auch eng werden: Alles ist bekannt und vorhersehbar. Selbst der Streit läuft nach einem alten Drehbuch.

Dann entsteht der Wunsch nach Abwechslung. Nach einem neuen Blick, nach einem Körper, der noch nicht vertraut ist. Nach einem Gespräch, in dem man sich nicht erklären muss, weil der andere noch keine 15 Jahre Vorgeschichte kennt.

Das kann besonders in der Lebensmitte stark werden:

  • Wenn Menschen spüren: War das jetzt alles?
  • Bin ich noch attraktiv?
  • Kommt da noch etwas?
  • Oder lebe ich nur noch meine Rollen?

Eine Affäre verspricht dann nicht nur einen anderen Menschen. Sie verspricht ein anderes Ich. Und das ist oft der eigentliche Reiz.

4. Sexuelles Verlangen: Wenn ein wichtiger Bereich verhungert

Sex ist nie nur Sex. Natürlich geht es um Körper, Lust und Verlangen. Aber es geht auch um Nähe, Lebendigkeit, Bestätigung und Verbindung.

Wenn Sex in einer Beziehung dauerhaft verschwindet, entsteht oft mehr als Frust. Es entsteht Kränkung. Wer immer wieder abgewiesen wird, fühlt sich irgendwann nicht nur sexuell unbefriedigt, sondern als Mensch nicht mehr gewollt.

Und wer sich selbst immer wieder zurücknimmt, weil der andere keine Lust hat, kann innerlich hart werden. Manche reden darüber oder resignieren. Manche suchen sich im Außen, was zu Hause fehlt.

Das macht Fremdgehen nicht richtig, aber es erklärt, warum sexuelle Distanz in einer Beziehung nicht einfach ein Nebenthema ist. Wenn zwei Menschen sexuell sehr unterschiedlich ticken, braucht es Ehrlichkeit und keinen Druck oder Vorwürfe. Aber den Mut, auszusprechen, was fehlt.

Sonst wird aus unausgesprochenem Mangel irgendwann ein Doppelleben.

5. Vernachlässigung: Wenn jemand zu Hause nicht mehr vorkommt

Vernachlässigung ist einer der häufigsten Gründe, den ich in Beratungen höre. Und oft klingt er ganz unspektakulär.

  • „Er sieht mich nicht mehr.“
  • „Sie interessiert sich nicht mehr für mich.“
  • „Wir reden nur noch über Organisation.“
  • „Ich bin selbstverständlich geworden.“
  • „Ich funktioniere nur noch.“

Das Heimtückische daran: Von außen sieht die Beziehung oft gar nicht dramatisch aus. Es gibt keinen großen Streit, keine Eskalation, keinen offensichtlichen Bruch.

Aber innerlich fühlt sich einer einsam. Und dann kommt jemand, der zuhört, der nachfragt, der Komplimente macht. Der schreibt: „Ich musste gerade an dich denken.“

Für jemanden, der sich lange übersehen fühlt, kann so ein Satz einschlagen, weil er eine Stelle trifft, die schon lange wund ist.

6. Rache und Wut: Wenn Untreue zur Retourkutsche wird

Manchmal entsteht Fremdgehen nicht aus Sehnsucht, sondern aus Wut.

Vielleicht wurde jemand selbst betrogen. Oder es fühlt sich jemand gedemütigt, klein gemacht, abgewertet. Oder es gab jahrelang Verletzungen, die nie wirklich geklärt wurden. Dann kann Untreue zur Retourkutsche werden.

  • „Jetzt soll er auch mal spüren, wie das ist.“
  • „Warum soll ich loyal sein, wenn sie es nicht war?“
  • „Ich nehme mir jetzt auch, was ich will.“

Für einen kurzen Moment kann das stark wirken. Endlich nicht mehr ohnmächtig. Endlich nicht mehr die verletzte Person. Endlich selbst am Hebel.

Aber Rache heilt nicht. Sie legt nur eine zweite Wunde neben die erste. Und oft wird danach alles noch komplizierter: mehr Schuld, mehr Misstrauen, mehr Verletzung, mehr Scham.

Untreue aus Wut ist selten ein Ausweg, sie ist eher ein Brandbeschleuniger.

Mann und Frau hören Musik und teilen sich dazu einen Kopfhörer, strahlen sich an

7. Selbstwert: Wenn eine Affäre sich wie Rettung anfühlt

Eine Affäre kann den Selbstwert enorm pushen.

Plötzlich begehrt dich jemand, wartet jemand auf deine Nachricht. Du bist interessant, schön, klug, aufregend. Es gibt wieder dieses Gefühl: Ich bin nicht nur Mutter, Vater, Ehefrau, Ehemann, Versorger, Organisatorin oder Alltagsmensch.

Ich bin noch jemand.

Gerade Menschen, die sich in ihrer Beziehung klein, übersehen oder selbstverständlich fühlen, können für diese Form der Bestätigung sehr empfänglich werden. Die Affäre wirkt dann wie ein Spiegel, in dem man sich selbst wieder schöner sieht.

Das Problem: Dieser Spiegel gehört nicht einem selbst. Solange der eigene Selbstwert vor allem davon abhängt, ob jemand im Außen einen begehrt, bleibt man abhängig von diesem Kick.

Und dann geht es irgendwann gar nicht mehr nur um den Affärenpartner, es geht nun um das Gefühl, das man durch ihn oder sie bekommt.

8. Geringe Loyalität: Wenn innerlich schon Abschied genommen wurde

Es gibt Beziehungen, in denen Treue irgendwann nur noch eine äußere Regel ist. Innerlich ist einer längst weg.

Vielleicht schläft man getrennt, redet man kaum noch, lebt man wie eine WG.
Oder da ist noch Familie, Haus, Gewohnheit, Verantwortung, aber keine echte innere Verbindung mehr.

Wenn jemand in dieser Phase fremdgeht, ist die Affäre oft nicht der Anfang vom Ende. Sie ist eher das sichtbare Zeichen dafür, dass das Ende innerlich schon begonnen hat.

Dann hört man Sätze wie:

„Ich habe mich schon lange nicht mehr als ihr Partner gefühlt.“
„Eigentlich waren wir seit Jahren kein Paar mehr.“
„Es war nur noch Pflicht.“
„Ich hatte nicht mehr das Gefühl, jemandem wirklich untreu zu sein.“

Das kann für den betrogenen Partner besonders bitter sein. Denn oft erfährt er erst durch die Affäre, wie weit der andere innerlich schon weg war.

Geringe Loyalität heißt nicht immer, dass jemand grundsätzlich treulos ist. Manchmal heißt es: Die Bindung war innerlich schon so schwach, dass die Grenze nach außen kaum noch gehalten hat.

Persönliche Risikofaktoren: Nicht alles liegt nur an der Beziehung

Ein wichtiger Punkt wird oft vergessen: Fremdgehen liegt nicht immer nur an der aktuellen Partnerschaft. Manchmal bringt jemand seinen inneren schweren Rucksack mit.

Damit meine ich nicht: Wer eine schwierige Kindheit hatte, geht fremd. Oder: Wer bindungsängstlich ist, ist automatisch untreu. So einfach ist es nicht. Aber persönliche Muster können das Risiko erhöhen, Grenzen zu überschreiten.

Dazu gehören zum Beispiel Bindungsangst, Nähe-Distanz-Probleme, alte Beziehungserfahrungen, ein schwacher Selbstwert, Impulsivität oder starke Selbstbezogenheit.

Auch Studien schauen zunehmend auf solche persönlichen Faktoren. Eine im Fachjournal „Frontiers in Psychology“ veröffentlichte Studie untersuchte zum Beispiel Zusammenhänge zwischen Narzissmus, Bindungsstilen, Beziehungszufriedenheit und der Absicht, untreu zu werden.

Solche Forschung ersetzt keine persönliche Einordnung und schon gar keine Ferndiagnose. Sie zeigt aber: Fremdgehen entsteht nicht immer nur aus dem, was in der aktuellen Beziehung passiert. Manchmal spielen alte Muster, Selbstbild und Bindungserfahrungen eine erhebliche Rolle.

Bindungsangst und Nähe-Distanz-Probleme

Manche Menschen sehnen sich nach Nähe, bekommen aber Angst, wenn sie wirklich entsteht. Dann wird eine Affäre unbewusst zur Distanzregulation.

Zu Hause wird es verbindlich, vertraut und eng. Außen wartet das Aufregende, Unverfügbare und Unfertige. Dort gibt es Nähe ohne Alltag. Gefühl ohne volle Verantwortung. Sehnsucht ohne Zahnarzttermine, Steuerfragen und Familienlogistik.

Für bindungsängstliche Menschen kann genau das attraktiv sein, weil echte Nähe alte Alarmanlagen auslöst.

Unsichere Bindung und Angst vor Verlassenwerden

Andere Menschen suchen im Außen Bestätigung, weil sie innerlich nie wirklich sicher sind. Sie brauchen Rückversicherung, Aufmerksamkeit und Begehrtheit. Wenn der Partner gerade distanziert wirkt, entsteht schnell Panik: Bin ich noch wichtig? Werde ich verlassen? Reiche ich aus?

Eine Affäre kann dann wie ein Sicherheitsnetz wirken. Nur ist es ein sehr brüchiges Sicherheitsnetz.

Erlernte Beziehungsvorbilder

Wer in der Herkunftsfamilie erlebt hat, dass gelogen, betrogen, geschwiegen oder doppelt gelebt wurde, übernimmt diese Muster nicht automatisch. Aber sie können vertraut wirken.

Manche haben nie gelernt, Konflikte offen anzusprechen. Andere kennen Beziehung vor allem als Ort von Heimlichkeit, Macht, Rückzug oder emotionaler Unsicherheit.

Dann wird nicht die aktuelle Beziehung allein zum Problem, es ist eher ein altes Beziehungsmuster, das sich wiederholt.

Impulskontrolle

Manche Menschen können Versuchungen schlechter stoppen. Sie handeln im Moment, statt die Folgen mitzudenken. Sie wollen Spannung, Lust, Entlastung oder Bestätigung sofort. Erst später kommt die Realität hinterher.

Das ist keine Entschuldigung. Aber es ist ein Unterschied, ob jemand lange innerlich plant oder ob jemand immer wieder Situationen sucht, in denen er sich selbst nicht gut steuert.

Selbstbezogenheit und narzisstische Anteile

Auch starke Selbstbezogenheit kann eine Rolle spielen. Wer vor allem die eigenen Bedürfnisse sieht, blendet leichter aus, was das eigene Verhalten beim Partner auslöst.

Dann geht es nicht mehr um ein gemeinsames Wir. Es geht um: Was brauche ich? Was steht mir zu? Warum soll ich verzichten?

Menschen mit solchen Anteilen können sehr charmant sein: Sie können begeistern, verführen und Nähe herstellen. Aber sie haben manchmal wenig Bereitschaft, die Folgen ihres Handelns wirklich mitzutragen.

Auch hier gilt: Es geht nicht darum, aus der Ferne Diagnosen zu stellen. Es geht darum zu verstehen, dass Untreue manchmal aus persönlichen Mustern entsteht, die viel älter sind als die aktuelle Beziehung.

Die Fremdgeh-Kette: Bedürfnis + Erlaubnissatz + Gelegenheit

Fremdgehen entsteht oft nicht einfach aus einem Grund, es entsteht aus einer Kette:

1. Ein unerfülltes Bedürfnis

Am Anfang steht häufig ein Mangel. Nicht immer ein objektiver Mangel. Aber ein subjektiv stark empfundener.

Zum Beispiel: Nähe, Bestätigung, Sex, Freiheit, Lebendigkeit, Gesehenwerden, Abenteuer, Ruhe vor Verantwortung. Das Gefühl, wieder jemand zu sein.

Dieses Bedürfnis kann lange unbemerkt bleiben. Oder es wird bemerkt, aber nicht ausgesprochen. Oder es wird ausgesprochen, aber nicht ernst genommen.

Irgendwann sucht es sich einen anderen Weg.

2. Ein innerer Erlaubnissatz

Dann kommt oft ein Satz, den sich jemand innerlich sagt.

„Ich habe das verdient.“
„Es zählt nicht, solange nichts Körperliches passiert.“
„Zu Hause versteht mich sowieso keiner.“
„Ich will doch nur mal wieder leben.“
„Mein Partner interessiert sich ja auch nicht für mich.“
„Es ist nur Schreiben.“
„Ich kann jederzeit aufhören.“

Diese Sätze sind gefährlich, weil solche Sätze Grenzen weicher machen. Sie schaffen innerlich die Erlaubnis, einen Schritt weiterzugehen:

  • Erst nur antworten.
  • Dann persönlicher schreiben.
  • Dann heimlich schreiben.
  • Dann treffen.
  • Dann lügen.

Und irgendwann ist man mitten in etwas, das man angeblich nie wollte.

3. Eine Gelegenheit

Dann kommt der Auslöser: Alkohol, Stress, eine Firmenfeier, eine Krise, eine Reise.
Ein Chat, ein alter Kontakt.
Ein Mensch, der genau im richtigen Moment das sagt, was man zu Hause vermisst.

Und plötzlich trifft Bedürfnis auf Erlaubnis und Gelegenheit. Das ist oft der Moment, in dem Fremdgehen passiert, weil die innere Grenze schon vorher geschwächt war.

Warum eine Affäre nicht immer bedeutet, dass die Beziehung wertlos war

Wenn du betrogen wurdest, ist einer der schlimmsten Gedanken oft: War alles eine Lüge? Diese Frage ist verständlich.

Untreue erschüttert nicht nur die Gegenwart. Sie greift rückwirkend die ganze Beziehung an. Plötzlich steht alles infrage: schöne Erinnerungen, Liebesworte, gemeinsame Jahre, Nähe, Familie und Zukunft.

Trotzdem bedeutet eine Affäre nicht automatisch, dass alles vorher falsch war.

Menschen gehen fremd, obwohl es echte Liebe gab. Manche gehen fremd, obwohl sie ihren Partner nicht verlieren wollen. Oder, weil sie Konflikte vermeiden, nicht weil ihnen alles egal ist. Manche, weil sie schwach, unreif, feige oder bedürftig handeln.

Das macht den Schmerz nicht kleiner. Aber es kann helfen, nicht die ganze Vergangenheit zu entwerten.

Für immer zusammen. Junger attraktiver Mann und schöne Frau schauen einander liebevoll an. Sie sitzen im Park

Was du nach Untreue zuerst klären solltest

Wenn du gerade erfahren hast, dass dein Partner fremdgegangen ist, brauchst du nicht sofort eine endgültige Entscheidung.

  • Du musst nicht heute wissen, ob du bleibst.
  • Du musst nicht heute verzeihen.
  • Du musst nicht heute verstehen.
  • Du musst auch nicht sofort stark, souverän oder würdevoll reagieren.

Aber du brauchst Orientierung. Diese Fragen können helfen:

  • Was ist wirklich passiert?
  • War es ein einmaliger Seitensprung, eine emotionale Affäre, eine längere Beziehung oder ein Doppelleben?
  • Ist die Affäre beendet?

Ohne diese Klarheit bleibt Aufarbeitung oft eine Schleife.

Übernimmt dein Partner Verantwortung? Oder relativiert er, beschuldigt dich, macht dich unsicher, wird ungeduldig oder verlangt, dass du endlich „darüber hinwegkommst“?

Willst du verstehen oder kontrollieren?

Beides ist menschlich. Aber Kontrolle heilt kein Vertrauen. Sie zeigt nur, wie verletzt du bist.

Was brauchst du jetzt, um nicht dich selbst zu verlieren?

  • Abstand?
  • Gespräche?
  • Schlaf?
  • Unterstützung?
  • Eine klare Grenze?
  • Zeit?

Und die vielleicht wichtigste Frage: Geht es gerade um Rettung der Beziehung oder erst einmal um Stabilisierung von dir?

Denn wenn der Boden weg ist, brauchst du erstmal Halt.

Kann eine Beziehung nach Fremdgehen wieder gut werden?

Ja, eine Beziehung kann nach Untreue wieder wachsen. Aber nicht durch Wegdrücken, nicht durch „Schwamm drüber“ und nicht dadurch, dass der betrogene Partner schnell wieder funktionieren soll.

Auch eine einmalige Entschuldigung reicht nicht, wenn danach erwartet wird, dass das Thema erledigt ist. Eine Beziehung kann nach Untreue wieder wachsen, wenn beide bereit sind, ehrlich hinzusehen.

Dazu gehört:

  • Was hat gefehlt?
  • Was wurde verschwiegen?
  • Welche Grenze wurde überschritten?
  • Warum wurde nicht früher gesprochen?
  • Welche Verantwortung übernimmt der untreue Partner?
  • Was braucht der betrogene Partner, um wieder Sicherheit zu spüren?
  • Welche Regeln gelten ab jetzt?
    Und wollen beide diese Beziehung wirklich noch?

Manche Paare finden nach einer Affäre tatsächlich zu mehr Ehrlichkeit als vorher. Andere erkennen, dass die Affäre nicht die Krise ausgelöst hat, sondern nur sichtbar gemacht hat, was lange nicht mehr getragen hat.

Beides ist möglich.

Wichtig ist nur: Eine Affäre darf nicht einfach unter den Teppich, unter Teppichen heilen keine Wunden. Da sammelt sich nur Staub und irgendwann stolpert wieder jemand darüber.

Vielleicht liest du diesen Artikel nicht aus Neugier

Vielleicht wurdest du betrogen und plötzlich steht alles infrage, was du über deine Beziehung geglaubt hast.

Oder du bist selbst fremdgegangen oder führst schon länger eine Affäre und weißt nicht mehr, wie du aus dieser Situation herauskommen sollst.

Oder du stehst zwischen zwei Menschen, hast Angst vor einer falschen Entscheidung und versuchst seit Wochen oder Monaten, allein eine Antwort zu finden.

In solchen Situationen drehen sich die Gedanken oft im Kreis:

  • Was empfinde ich wirklich?
  • Ist meine Beziehung noch zu retten?
  • Ist die Affäre echte Liebe oder zeigt sie mir nur, was mir schon lange fehlt?
  • Soll ich bleiben, gehen, warten oder endlich eine Entscheidung treffen?
  • Und wie kann ich handeln, ohne noch mehr Menschen zu verletzen?

Wobei ich dich als Affärenberaterin unterstützen kann

In meiner Beratung schauen wir nicht nur darauf, was passiert ist, sondern vor allem darauf, was es für dich und deine Beziehung bedeutet.

Ich unterstütze dich dabei,

  • die Dynamik hinter der Affäre zu verstehen,
  • Gefühle, Schuld, Angst, Loyalität und Verantwortung voneinander zu unterscheiden,
  • herauszufinden, was du wirklich willst und was dich bisher von einer Entscheidung abhält,
  • die Ehe, die Affäre und mögliche Zukunftswege realistisch einzuordnen,
  • einen klaren und machbaren nächsten Schritt zu entwickeln,
  • schwierige Gespräche mit deinem Partner oder deiner Partnerin vorzubereiten,
  • und Entscheidungen so umzusetzen, dass du auch langfristig hinter ihnen stehen kannst.

Dabei sage ich dir nicht, dass du deine Beziehung retten oder verlassen musst.

Ich helfe dir, klarer zu sehen, damit du nicht aus Angst, Druck, Schuldgefühl oder momentaner Verliebtheit handelst, sondern eine Entscheidung triffst, die für dich ehrlich und verantwortungsvoll ist.

Seit über 15 Jahren begleite ich Menschen durch genau diese emotional schwierigen Situationen. Diskret, ohne moralischen Zeigefinger und mit einem klaren Blick auf alle Beteiligten.

Du musst heute noch nicht dein ganzes Leben entscheiden, aber du kannst damit beginnen, dich nicht länger allein im Kreis zu drehen.

Wenn du deine Situation mit mir persönlich sortieren möchtest, begleite ich dich gern in einem vertraulichen 1:1-Gespräch.

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Fazit: Fremdgehen hat selten nur einen Grund

Fremdgehen entsteht meist nicht aus einem einzigen Moment heraus. Oft kommen mehrere Dinge zusammen: unerfüllte Bedürfnisse, fehlende Gespräche, persönliche Muster, unklare Grenzen und eine Gelegenheit, in der die innere Hemmschwelle sinkt.

Das macht Untreue nicht harmloser und entschuldigt keinen Vertrauensbruch. Aber es hilft, die Dynamik dahinter besser zu verstehen.

Wer betrogen wurde, braucht nicht sofort eine endgültige Entscheidung. Wichtiger ist zunächst, wieder Boden unter die Füße zu bekommen, die Situation ehrlich einzuordnen und zu klären, was wirklich passiert ist.

Denn erst wenn du verstehst, welche Gründe und Muster hinter dem Fremdgehen standen, kannst du klarer sehen, ob Heilung, Abstand, ein Neuanfang oder eine Trennung der nächste stimmige Schritt ist.

FAQ

FAQ: Gründe fürs Fremdgehen

Zu den häufigsten Gründen gehören Gelegenheit, fehlende Liebe, Wunsch nach Abwechslung, sexuelles Verlangen, Vernachlässigung, Wut oder Rache, Selbstwertprobleme und geringe Verbindlichkeit. Oft wirkt nicht nur ein Grund allein, sondern mehrere Faktoren greifen ineinander.

Nein, Untreue kann ein Zeichen für schwere Beziehungsprobleme sein, muss es aber nicht immer. Manchmal spielen auch persönliche Muster, Gelegenheit, Impulsivität, Selbstwert oder unklare Absprachen eine Rolle. Trotzdem verletzt Fremdgehen das Vertrauen und braucht ehrliche Aufarbeitung.

Manche Menschen gehen fremd, obwohl noch Liebe da ist, weil sie sich nach Bestätigung, Sex, Lebendigkeit, Freiheit oder emotionaler Nähe sehnen. Liebe schützt nicht automatisch vor Untreue, wenn Grenzen schwach sind, Bedürfnisse nicht ausgesprochen werden oder jemand sich innerlich eine Erlaubnis gibt.

Es gibt typische Muster, aber keine festen Regeln. Frauen nennen häufiger emotionale Unzufriedenheit, fehlende Nähe oder Vernachlässigung. Männer nennen häufiger sexuelles Verlangen, Gelegenheit oder Abenteuerlust. Im Einzelfall muss aber immer genau hingeschaut werden.

Ja, Verzeihen ist möglich, aber es ist ein Prozess. Es braucht Zeit, Ehrlichkeit, Verantwortung und meistens viele Gespräche. Verzeihen bedeutet nicht, das Fremdgehen kleinzureden. Es bedeutet, einen Weg zu finden, mit dem Schmerz so umzugehen, dass er nicht dauerhaft das eigene Leben bestimmt.

Foto von Silke Setzkorn vor hellem Hintergrund und beige Couch.

Vielleicht liest du diesen Artikel nicht aus Neugier

Vielleicht wurdest du betrogen oder du hast selbst eine Affäre. Vielleicht ahnst du etwas. Oder du versuchst zu verstehen, wie es überhaupt so weit kommen konnte.

Dann ist wichtig: Du musst jetzt nicht sofort alles entscheiden. Aber du solltest die Situation auch nicht endlos in deinem Kopf drehen.

Gerade bei Untreue, Affären und Beziehungskrisen ist es oft entlastend, einmal ruhig auf alles zu schauen:

  • Was ist passiert?
  • Was bedeutet es?
  • Welche Dynamik steckt dahinter?
  • Welche Entscheidung steht wirklich an?
  • Und welcher nächste Schritt ist jetzt fair, klar und machbar?

Wenn du deine Situation nicht länger allein sortieren möchtest, begleite ich dich gern in einem persönlichen 1:1-Gespräch.

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Damit du wieder klarer siehst und nicht im Schmerz, in Schuld oder im Gedankenkarussell stecken bleibst.

Weitere Impulse rund um Affären erhältst du regelmäßig in meinem Newsletter.

Herzlich
Silke Setzkorn

Portrait von Silke Setzkorn

Über die Autorin

Silke Setzkorn ist systemisch-psychologische Beraterin und seit über 15 Jahren auf Affärenberatung für verheiratete Männer spezialisiert. Über 40.000 Gespräche, Autorin von 3 Büchern, u. a. „So lieben Männer in Affären“ und Host des Podcasts „Affären-Kompass®“. Sie schreibt über Entscheidungen und Dynamiken in Affären.


aktualisiert am 10.06.2026