Mann hält mit einer Hand den leeren Beutel seiner Hoseninnentasche mit den Fingern in der Hand

Einseitige Beziehung erkennen: Diese toxischen Signale solltest du nicht ignorieren!

Wenn auf Dauer nur ein Partner seinen Beitrag dazu leistet, dass die Beziehung weiterläuft, sich kümmert und um den anderen bemüht ist, dann sprechen wir von einseitigen Beziehungen.

Jana befand sich seit fünf Jahren in einer Beziehung mit Kai. Am Anfang war Kai unglaublich aufmerksam zu ihr gewesen. Er hatte ihr im übertragenen Sinne „die Sterne von Himmel geholt“.

Sie buchte bei mir eine Beratung, weil sie es inzwischen satthatte, alles in ihrer Beziehung zu geben und so gut wie nichts von Kai zurückzubekommen. Nach drei Jahren Dauerkämpfen fühlte sie sich erschöpft. Die gemeinsamen tägliche Pflichten erledigte sie komplett alleine, weil Kai „mal wieder“ keine Zeit hatte.

Im ersten Jahr sei ihm kein Weg zu weit oder zu beschwerlich gewesen. Mit dem Zusammenziehen vor drei Jahren fing es an, dass er sein Engagement schleifen ließ.

Seit zwei Jahren bekam sie von ihm keine Unterstützung oder Wertschätzung in der Form zurück, wie er sie ihr früher gegeben hatte. Inzwischen war es ihm schon zu viel, zwei Wasserkästen in den ersten Stock zu tragen.

Kais Bedürfnisse hatten sich in ihrer Beziehung verändert

Er beschäftigte sich mit Jana vorrangig dann, wenn es ihm um Sex, Freizeitgestaltung oder um ihre Hilfe ging. Bei Alltagsthemen, ihrem beruflichen Druck schaltete er generell schnell ab, wirkte geistig abwesend. Wenn Jana ihn darauf ansprach, entschuldigte er sich nicht dafür. Er stritt es ab oder verstrickte Jana in endlose Diskussionsspiralen, die sie nur noch zermürbten.

Sie kam zu dem Schluss: Er wollte sie gar nicht verstehen und ihr nichts mehr Gutes tun.

Zu erkennen, wann unser Partner uns braucht, zeigt unser wahres Interesse an ihm und der Beziehung

Jana fühlte sich in ihren Bedürfnissen nicht erwidert oder respektiert. Die Beziehung zu Kai sah sie als unausgewogen an – sie gab ihr nicht mehr das, was sie brauchte.

Jeder von uns wünscht sich doch Zuneigung und Respekt in seiner Beziehung

Das Herzstück einer Beziehung bildet die gemeinsame Bereitschaft von beiden, sich um die Details des täglichen Lebens zu kümmern.

Eine Beziehung lebt vom Geben und Nehmen. Sobald diese wechselseitige Dynamik von einem Partner unterbrochen wird, gerät das Gleichgewicht der Beziehung ins Wanken.

Fehlt der gemeinsame Einsatz, droht die Beziehung auseinanderzufallen. Die Säulen, die die Beziehung tragen, werden instabil. Das Gefüge, das durch die liebevolle Teilnahme beider Partner entsteht, beginnt zu bröckeln.

Es profitiert nur ein Part, während der andere immer nur gibt. In so einem Ungleichgewicht fällt es schwer, die positiven Aspekte einer emotionalen Verbindung zu bewahren.

Eigeschliffene Routinen in langjährigen Beziehungen täuschen oft geschickt darüber hinweg, wie sehr sich die Beziehung bereits abgenutzt hat.

Es braucht Zeit, bis der aktive Part das erkennt. Etablierte Gewohnheiten und Routinen hängen wie ein Schleier über der Beziehung und vernebelt den klaren Blick auf das, was wirklich passiert.

Jana beschrieb, wie der Druck des Alltags sie auffraß und Kai davon nichts mitbekam, weil er nicht wirklich mental anwesend war. Sie hatten sich über die Monate hinweg entfremdet – aber Jana blieb noch bei ihm. Sie liebte ihn doch und hoffte immer wieder, dass er wieder so aufmerksam sei wie am Anfang. Doch sie spürte auch, dass Kai seit langem kein Interesse zeigte, wieder einen Beitrag dazu zu leisten, dass es ihr gutging.

Einseitigkeit in Beziehungen basiert auf Mangel an Zuneigung und dem fehlenden Wunsch, seinen Beitrag zur Beziehung zu leisten.

Wir neigen oft dazu, Beziehungen fortzusetzen, selbst wenn von Anfang an eine unausgewogene Dynamik vorhanden ist. Manchmal entwickelt sich diese Dynamik in unseren Beziehungen allmählich im Laufe der Zeit.

Sie kann dann auch wieder verschwinden! Beispielsweise, wenn der Partner aufgrund eines Schicksalsschlags, einer schweren Erkrankung, Arbeitslosigkeit oder anderen schwierigen Lebensthemen in sich blockiert war. Ist die Situation im Außen vorbei, findet sich der Partner wieder in der Beziehung ein.

Einseitige Beziehungen widersprechen allen Gesetzmäßigkeiten, dir wir von emotionalen Bindungen kennen und erwarten dürfen.

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Einseitige Beziehung sind auf Dauer niemals gesund

Tatsächlich stellt sie für diejenigen von uns, der verzweifelt versucht, die Balance immer wieder herzustellen, um die Beziehung um jeden Preis aufrechtzuerhalten, eine ziemlich schädliche Situation dar.

Anzeichen einer einseitigen Beziehung

Wenn nur einer in einer Beziehung die meiste Arbeit leistet oder emotional investiert, ist sie auf Dauer weder zufriedenstellend noch nachhaltig. Diese Unausgewogenheit führt immer zu Frustration, Enttäuschung und einem Gefühl der Vernachlässigung.

Trotzdem bleiben wir in solchen Beziehungen – sei es aus der Gewohnheit heraus oder aus Angst vor Veränderung oder Einsamkeit. Meist tragen wir den tiefen Wunsch in uns, die Liebe zum anderen zu retten. Die Erinnerung aus der Anfangszeit ist hierbei unser Antrieb.


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Eine gesunde Beziehung basiert auf Gegenseitigkeit, Respekt und Gleichberechtigung

Wenn die Bemühungen und Opfer nicht ausgewogen sind, besteht die Gefahr, dass unsere Beziehungen auf Dauer stagnieren und toxisch werden.

Es erfordert ganz viel Mut und Selbstreflexion, sich der Realität einer einseitigen Beziehung zu stellen.

Wenn wir die Dynamik nicht korrigieren können, sich unser Partner verweigert, dann können wir diese Beziehung nur noch loslassen, um Platz für eine gesündere Verbindung zu schaffen.

Ich klärte mit Jana über ein paar Fragen, wie sie sich selbst in der Beziehung zu Kai einstufte. Damit sie sich selbst spüren und Gewissheit erlangen konnte.

Wer gibt häufiger nach – Jana oder Kai?

Das Auto ist kaputt, das Internet ausgefallen: Wer kümmert sich, Jana oder Kai? Wer gab in der Vergangenheit stetig nach und stellte seine Interessen zurück, um eine Einigung zu erlangen? Wurde zwischen beiden ausgewogen verhandelt?

Jana beschrieb, dass sie immer nachgab, da sie von zu Hause arbeitete. Ihre Wege waren kurz, sodass sie viele Arbeiten übernahm: staubsaugen, aufräumen, den Geschirrspüler ausräumen. Dann kamen die größeren Probleme, wie Auto, kaputter Geschirrspüler und Internetausfälle.

Jana beschrieb, wie ihr Selbstwertgefühl und ihre Würde darunter litt, sie sich wie Aschenbrödel fühlte. Kai traf sich gerne abends mit seinen Sportkumpels, wenn Jana erschöpft auf dem Sofa lag.

Konnte Jana Kai erzählen, was sie bedrückte?

Jana berichtete mir, dass Kai in solchen Momenten Anzeichen von schlechten Gewissen zeigte. Aber relativ schnell schaltete er um und konfrontierte sie damit, dass es nicht der richtige Zeitpunkt wäre, um das auszudiskutieren.

Oder er reagierte genervt, weil sie immer wieder über das Gleiche bei ihm beschwerte. Er wüsste nicht, was er darauf sagen sollte und provozierte sie, indem er sie fragte, ob er dafür seinen Job aufgeben solle. Ob es das ist, was sie von ihm erwarte.

Selbst in unmittelbarer Nähe von Kai fühlte sie sich in solchen Diskussionen nur noch leer. Ihre Versuche, ihm ihre Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse mitzuteilen, stellte sie mit der Zeit ein. Manchmal platze es doch aus ihr heraus. Das Resultat: Endlose Streitereien.

Ich besprach mit Jana, dass ein solches anhaltendes Muster die dringende Notwendigkeit zeigte, die Dynamik ihrer Beziehung zu überdenken und Schritte zur Wiederherstellung des Gleichgewichts zu unternehmen. Denn sonst stünde ihre Beziehung vor dem Aus.

Griff Kai auf Janas Unterstützung in seinen eigenen persönlichen Belangen zurück?

Ja, das tat er und Jana zögerte selten, ihm so schnell wie möglich zu antworten und seine Bedürfnisse zu erfüllen. Kai wiederum sah ihre Hilfe als selbstverständlich an und nahm sie ohne zu zögern an. Wenn Jana ausnahmsweise keine Zeit hatte, dann beschwerte sich Kai bei ihr und nahm sie in die Pflicht.

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Einseitige Beziehungen sind auf Dauer Gift für die Seele

Es gibt zahlreiche Warnsignale, doch oft sträuben wir uns, sie wahrzunehmen. Der Grund: Wir haben viel Mühe, Zeit und Gefühle investiert. Wir wollen einfach, dass es wieder funktioniert! Es kann doch nicht so schwer sein, oder? Dazu lieben wir unseren Partner doch!

So gewähren wir unserer Beziehung immer wieder neue Chancen, hoffen auf Veränderung und setzen ganz viel Liebe, Engagement und Geduld ein. Darüber hoffen wir, dass sich in unserem Partner etwas Grundlegendes verändert.

Trotz Janas Bemühungen hatte sich Kai in ihrer Beziehung nicht verändert. Statt einer positiven Entwicklung führten all ihre Anstrengungen zu einer geistigen und körperlichen Erschöpfung. Die Beziehung zu Kai zermürbte sie.

Jana wollte ihre einseitige Beziehung beenden

Jana erkannte, dass ihre einseitige Beziehung zu Kai sie emotional und physisch zermürbt hatte. Kai hatte sich aus ihrer Beziehung genommen, was er brauchte, um gut durch die Zeit zu kommen – auf ihre Kosten.

Jana wollte den neuen Schwung, den ihr die Beratung gab, nun für sich selbst nutzen. Ihr persönliches Opfer war bereits zu groß geworden. Sie wollte nun realistisch mit Kai ihre Erkenntnisse besprechen und seine Sichtweise erfahren. Notfalls, sollte er sie nicht verstehen, das Ende der Beziehung einläuten.

In der Liebe geht es um Gleichgewicht und Gegenseitigkeit

Manchmal bedeutet das Loslassen, um Raum für persönliches Wachstum und eine erfüllendere Beziehung zu schaffen. In der Vielfalt jeder Beziehung mag jedes Paar seine einzigartige Dynamik haben, dennoch existiert ein grundlegendes Prinzip, das als unerschütterliche Grundlage dienen sollte: Gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen und Erfolge zu teilen.

Eine erfolgreiche Partnerschaft zeichnet sich durch unsere Fähigkeit aus, dass wir mit unserem Partner ein Team bilden, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen und uns gemeinsam dafür einzusetzen. Mal darf dafür der eine und mal der andere aktiver sein. Das ist völlig normal.

Darüber hinaus spielt die Fürsorge füreinander eine entscheidende Rolle

Eine gesunde Beziehung erfordert nicht nur Aufmerksamkeit für die eigenen Bedürfnisse, sondern auch die Bereitschaft, sich aktiv um die Bedürfnisse des Partners zu kümmern. Dieser gegenseitige Einsatz dient dazu, die Beziehung zu pflegen und zu stärken.

Es ist nicht überraschend, dass Janas und Kais Beziehung ins Wanken geriet, weil dieses Gleichgewicht und die wechselseitige Hingabe fehlten.

Ohne ein solidarisches Fundament können Missverständnisse und Entfremdung aufkommen. Eine Partnerschaft, die auf Selbstsucht, Vernachlässigung oder mangelndem Engagement basiert, neigt dazu, zu erodieren, da sie den essenziellen Bestandteilen fehlt, die für das Gedeihen einer liebevollen und erfüllenden Verbindung notwendig sind.

Daher wird die Bedeutung von Gleichgewicht und Gegenseitigkeit in der Liebe als ein zeitloses und universelles Prinzip bekräftigt, das als Leitfaden für dauerhafte und erfüllende Beziehungen dient.

Ich wünschte Jana viel Kraft für die Gespräche mit Kai.

Ein halbes Jahr später meldete sie sich wieder. Sie hatte sich von Kai getrennt und einen neuen Mann kennengelernt. Sie war unsicher und wollte wissen, ob sie der neuen Mann echtes Interesse an ihr hatte.

Wir konnten ihr Missverständnis klären. Ich legte ihr dazu meinen Ratgeber ans Herz, in dem ich mit vielen Beispielen beschreibe, wann ein Mann echtes Interesse an einer Frau hat – und wann er sie eher als Sexualpartnerin einstuft.

Hier geht es zu meinem Ratgeber:

Jana sendete mir zwei Jahre später Herzengrüße. Sie hatte einen Mann gefunden, der sich vollends um sie bemühte und ihr Sicherheit gab.

Frisch verheiratet – sie sah, zusammen mit ihrem Mann, sehr glücklich auf dem Foto aus. Ich freue mich aus vollem Herzen mit für sie.

Liebe Jana, du hast alles richtig gemacht. :o)

Verliebtes Hochzeitspaar, Konfetti

Kommt dir das alles sehr bekannt vor?

Du stagnierst in deiner Beziehung, hast es schon länger selbst probiert und bist mit deinem Partner nicht weitergekommen.

Du hast Bedenken, etwas kaputtzumachen, wenn du hinter dir stehst, Grenzen setzt oder die Beziehung beendest.

Dann zeige ich dir, wie du Richtung in dein Liebesleben bekommst – und dabei verantwortungsvoll, fair und empathisch vorgehst.

Gemeinsam besprechen wir alles, was dich gerade stark belastet. Erfahrungsgemäß wirst du nach unserem Gespräch unendlich erleichtert sein:

Du hast nicht nur wieder einen klaren Kopf, sondern auch eine genaue Anleitung, wie du deine Schritte in der Praxis umsetzen kannst.

Wir klären deine Situation, damit du nichts übersiehst.

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Ich freue mich auf dich und unser Gespräch!

Herzlichst, Silke Setzkorn

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