Auch mit starken Gefühlen für seine langjährige Affärenfrau kann sich ein verheirateter Mann entscheiden, bei seiner Frau zu bleiben. Dahinter steckt oft ein innerer Kampf zwischen Herz und Verantwortung, geprägt von Schuldgefühlen, Gewohnheit und der Realität seines Lebens.
Das Wichtigste in Kürze
- Affären entstehen oft aus emotionaler Distanz, fehlender Nähe und unerfüllten Bedürfnissen in der Ehe.
- Die Geliebte gibt Anerkennung, Verständnis, Sexualität und Lebensfreude – der Mann fühlt sich wieder lebendig.
- Trotz starker Gefühle bleibt er häufig in der Ehe, besonders wegen Verantwortung gegenüber Familie und Kindern.
- Viele Männer wollen weder Ehe noch Affäre verlieren und verharren lange im Doppelleben.
- Die Affäre stabilisiert sein Selbstwertgefühl und macht die Ehe für ihn wieder erträglicher. Dadurch sinkt der Druck, sich wirklich für die Geliebte zu entscheiden.
- Typische Gründe fürs Beenden: Pflichtgefühl, Familie schützen, emotionale „Sättigung“, Rückkehr zur alten Rolle.
- Je länger die Affäre dauert, desto unwahrscheinlicher wird die Entscheidung für die Geliebte
Du willst diesen Blogpost anhören? Gesprochen von Silke Setzkorn

Entscheidung zwischen Ehe retten oder neues Leben
Chris hat sich für seine Ehe entschieden und die Affäre mit Steffi beendet. Ein Ablauf, den man bei langjährigen Affären oft beobachtet – auch wenn jede Geschichte sich im Moment selbst einzigartig anfühlt. In einer Beziehung schleichen sich Unzufriedenheit oder Stillstand ein, dann kommt jemand Neues dazu und plötzlich gerät alles durcheinander.
In den letzten 15 Jahren habe ich in der Beratung viele ähnliche Situationen erlebt. Am Ende steht meist derselbe Punkt: die Entscheidung. Bleibe ich in meiner Ehe und versuche sie zu retten – oder wage ich einen Neuanfang?
Wichtig ist dann vor allem, eine Wahl zu treffen, hinter der man wirklich stehen kann.

Was passiert klassisch vor einer Affäre?
Vor drei Jahren wurde Chris beruflich versetzt und ab da begann auch seine Ehe langsam zu bröckeln.
Seine Frau zog sich immer mehr zurück. Nach einigen Monaten wollte sie, wenn er am Wochenende nach Hause kam, nicht einmal mehr körperliche Nähe zulassen.
Chris fühlte sich plötzlich wie ein Besucher im eigenen Zuhause. Die Gespräche wurden seltener, die Stille zwischen ihnen immer spürbarer. Er merkte, dass sie auf Abstand ging, doch sie sprachen nie wirklich darüber. Es war, als lebten sie längst jeder in seiner eigenen Welt, obwohl sie noch unter einem Dach wohnten.
Mit der Zeit wurde es für ihn fast eine Erleichterung, montags wieder zur Arbeit zu fahren – einfach raus aus dieser schweren Atmosphäre.
So traurig es war: Chris spürte, wie er sich immer weiter von seiner Frau und seiner Familie entfernte. Dieses Gefühl, nicht mehr dazuzugehören, belastete ihn sehr – aber er wusste auch nicht, wie er daran etwas ändern sollte.

Wie Affären entstehen
Wie so oft während der Woche saß Chris abends bei seinem Lieblingsitaliener in der Stadt, in der er arbeitete. Das war irgendwie schon zu seinem Ritual geworden – ein bisschen Entspannung nach einem langen Arbeitstag.
An diesem einen Abend kam Steffi rein, sah sich kurz um und steuerte direkt auf seinen Tisch zu. Ohne groß zu zögern, setzte sie sich zu ihm und meinte, sie wolle nicht alleine essen und würde sich über ein bisschen Gesellschaft freuen.
Chris fand das irgendwie erfrischend. Sie kamen direkt ins Gespräch und unterhielten sich total locker und unbeschwert. Steffi war einfach super drauf – humorvoll, charmant, und sie hatte diese gewinnende Art, mit der sie Chris sofort gefangen nahm. Er fühlte sich in ihrer Gegenwart richtig wohl und entspannt. Es war so ein krasser Kontrast zu dem, was er zu Hause erlebte. Dieses Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit, das ihm in seiner Ehe schon ewig gefehlt hatte, war auf einmal wieder da.
Was die Affäre emotional erfüllt
Bei Steffi musste er sich nicht verstellen oder irgendwas beweisen. Er konnte einfach er selbst sein, und das war für ihn total befreiend.
Sie fingen an zu flirten, und es schwang diese Spannung in der Luft mit, die beiden irgendwie antrieb. Noch am selben Abend landeten sie zusammen in seiner Zweitwohnung.
In diesen unterschiedlichen Phasen einer Affäre verlieben sich Männer und Frauen:
Warum Männer für Affären so empfänglich sind
Für Chris war das Ganze in dem Moment nicht mehr als eine kleine Sache. Er dachte, es würde vielleicht bei einem Seitensprung bleiben oder höchstens eine kurze Affäre werden. Er war sich sicher, dass es bald wieder vorbei sein würde. Aber so kam es nicht.
Der Kontakt zu Steffi brach einfach nicht ab. Im Gegenteil: Was anfangs nur wie eine flüchtige Begegnung wirkte, entwickelte sich schnell zu etwas viel Größerem. Ihre Treffen wurden intensiver, und aus der vermeintlichen kurzen Phase wurde eine richtige Affäre, die sich über zwei Jahre hinzog.
Die Zeit, die sie zusammen verbrachten, war stürmisch und leidenschaftlich. Steffi brachte eine ganz neue Seite in Chris zum Vorschein. Es war nicht nur die körperliche Anziehung – sie verstanden sich auf einer tiefen Ebene. Er fühlte sich bei ihr lebendig.

Vom Seitesprung in die Affäre
Schon an ihrem ersten Abend hatte Chris ihr alles erzählt. Steffi wusste sofort, dass er in seiner Ehe schon länger nicht mehr glücklich war. Sie hörte ihm zu, stellte viele Fragen und zeigte echtes Interesse an seinem Leben, was ihm total gefiel. Bei ihr hatte er das Gefühl, wieder als Mann gesehen zu werden. Steffi verstand ihn einfach. Sie gab ihm das Gefühl, wichtig zu sein, und irgendwie fühlte sich alles mit ihr so leicht und unkompliziert an.
Es dauerte nicht lange, bis sie täglich über Messenger in Kontakt standen. Sie schrieben sich ständig und telefonierten ein paar Mal die Woche. Die Gespräche wurden immer vertrauter, und sie trafen sich regelmäßig. Chris nahm sich viel Zeit für Steffi, egal wie viel Stress er hatte, und natürlich hatten sie auch Sex. Dadurch festigte sich ihre Affäre immer mehr.
Chris hatte immer wieder Momente, in denen er dachte, er müsste das Ganze beenden. Sein schlechtes Gewissen wurde oft so stark, dass er sich vornahm, Schluss zu machen. Aber jedes Mal, wenn es soweit war, konnte er es einfach nicht. Er wollte Steffi nicht aufgeben, aber er trennte sich auch nicht von seiner Frau. So lebte er dieses doppelte Leben weiter – zwischen den Momenten mit Steffi, die ihm so viel gaben, und seiner Ehe, die irgendwie immer mehr zur Last wurde.
In einer Affäre und unsicher, wie es weitergeht? Hol dir deine 1:1-Beratung per Handy oder Zoom:
Ab einem Zeitpunkt fragen sich verheiratete Männer, wann sie trotz Liebe ihre Affäre beenden und ihrer Ehefrau wieder treu werden
Zu diesem Zeitpunkt war Chris sich nicht sicher, ob er wirklich den Rest seines Lebens mit Steffi verbringen wollte. Es war nicht so, dass er sie als seine zukünftige Partnerin sah oder schon Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmiedete. Aber die körperliche Anziehung zwischen ihnen war unglaublich stark, und die Zeit, die sie zusammen verbrachten, fühlte sich einfach perfekt an. Sie lachten viel, hatten tiefe Gespräche und erlebten eine Harmonie, die ihm in seiner Ehe komplett fehlte. Es war alles so leicht und unbeschwert mit ihr, und er genoss das total.
Trotzdem war Chris nicht bereit, sein altes Leben aufzugeben. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, seine Frau und vor allem seinen Sohn zu verlassen. Das hätte alles verändert, und dafür fühlte er sich nicht bereit. Er wusste, dass wenn er die Affäre mit Steffi beenden würde, das auch das Ende jeglichen Kontakts bedeuten würde. Das war ihm völlig klar, und genau das machte es so schwer für ihn. Der Gedanke, Steffi komplett aus seinem Leben zu verlieren, schmerzte ihn tief. Er hatte Angst, dass er sie nicht vergessen könnte, dass sie ihm fehlen würde – nicht nur als Geliebte, sondern auch als Person, die ihm so viel Verständnis und Nähe gegeben hatte.
Diese Zerrissenheit zwischen dem, was er wollte, und dem, was er dachte, tun zu müssen, machte ihm das Leben extrem schwer.
Warum gebundene Männer Affären beenden
| Grund für das Ende der Affäre | Erklärung aus dem Artikel | Typischer innerer Konflikt des Mannes | Langfristige Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Verantwortung für Familie | Männer bleiben oft wegen Kindern oder familiärer Verpflichtungen in der Ehe | Pflichtgefühl vs. persönliche Gefühle | Häufigster Stabilitätsfaktor der Ehe |
| Hoffnung auf die Ehe | Der Mann versucht, sich wieder auf seine Ehe einzulassen | Vergangenheit retten vs. neue Liebe | Führt oft zu einem vorübergehenden Ende der Affäre |
| Schuldgefühle | Innerer Konflikt zwischen Verantwortung und Beziehung zur Geliebten | Loyalität vs. Sehnsucht | Führt oft zu emotionalen Rückzügen |
| Angst vor Konsequenzen | Trennung bedeutet große Veränderungen im Leben | Sicherheit vs. Risiko | Häufiger Grund für Rückzug |
| Wunsch nach Klarheit | Männer versuchen die Situation zu ordnen | Zwei Leben vs. Entscheidung | Affäre wird beendet, um Klarheit zu gewinnen |
| Realität der Ehe | Nach der Rückkehr zeigt sich oft, dass die Ehe bereits belastet war | Erwartung vs. Realität | Führt manchmal später zur Trennung |
Chris erklärte in der Beratung die Gründe für seine Affäre
Er entwickelte immer größer werdende Schuldgefühle gegenüber Steffi und seiner Frau. Dieser hatte er die Affäre verschwiegen. Er war sich sicher, dass beide Frauen ihm böse sein würden.
Lies dazu auch meinen Ratgeber: So lieben Männer in Affären
Für ihn hatte sich erst einmal nichts verändert, da er an seiner Ehe weiter festhielt. Seine Frau wollte von sich aus nichts an ihrer Beziehung verändern. Er sehnte sich nach ihrer Anerkennung, von seiner Frau geküsst zu werden und auch umarmt. Davon erzählte er Steffi nichts.
Fehlende liebevolle Worte und ein ständiges Hintenanstellen, wenn er mal wieder zu Hause weilte, führten dazu, dass sein Selbstbewusstsein immer stärker litt.
Seine Frau spiegelte ihm, dass sie ihn nicht brauchte – das verursachte eine Wertlosigkeit in ihm als Mann. So ging es bei seinen Besuchen zu Hause schon länger nicht mehr um ihn oder sie beide als Paar.
Steffi fing all das auf und kompensierte, was ihm seine Frau nicht mehr bereit war zu geben. Die Affäre mit Steffi tat ihm gut, er war sogar der Meinung, dass sie seine Ehe rettete.
Für die Affäre alles aufgeben?
Natürlich hat Chris oft darüber nachgedacht, ob es nicht einfacher wäre, sich ganz auf Steffi einzulassen. Sie war ja schon da, die Verbindung zwischen ihnen war stark, und es fühlte sich in den Momenten mit ihr alles so unkompliziert an. Es hätte so leicht sein können, einfach mit ihr weiterzumachen und sein altes Leben hinter sich zu lassen. Aber da war dieses tiefe Verantwortungsgefühl, das ihn festhielt. Er konnte seine Frau nicht einfach so im Stich lassen, und vor allem wollte er nicht, dass sein Sohn ohne Vater aufwächst. Das war eine Grenze, die er einfach nicht überschreiten konnte.

Trotzdem hielt seine Affäre mit Steffi ganze zwei Jahre lang an. Zwei Jahre voller intensiver Gefühle, heimlicher Treffen und dieser ständigen inneren Zerrissenheit. Im Grunde genommen wollte er weder seine Ehe noch die Affäre richtig beenden. Er steckte in diesem Zwischenzustand fest, wo er sich nicht für das eine oder das andere entscheiden konnte. Doch irgendwann wurde ihm klar, dass er nicht ewig so weitermachen konnte. Eine Entscheidung musste her, auch wenn sie ihm extrem schwerfiel.
Chris hatte sich im Laufe der Zeit immer mehr in Steffi verliebt, das konnte er sich selbst nicht länger leugnen. Aber trotzdem hat er sich nicht für sie entschieden. Obwohl er Gefühle für sie hatte, ging er nie den nächsten Schritt und ließ sich auf eine feste Beziehung mit ihr ein. Am Ende war ihm klar, dass er Steffi gehen lassen musste, auch wenn es ihn schmerzte. Denn er konnte sein altes Leben – seine Ehe und seine Rolle als Vater – nicht einfach hinter sich lassen.
Die Gründe, warum sich verheiratete Männer in langjährigen Affären nicht für die Geliebte entscheiden
1. Er hatte in dieser Zeit gelernt, dass er wieder glücklich sein kann:
Das ist eigentlich genau das, was die Geliebte will – sie will, dass er dieses Glück mit ihr erlebt. Aber in den meisten Fällen passiert das eben nicht. Die Männer spüren, dass sie wieder Lebensfreude haben, aber sie verbinden das oft nicht unbedingt mit der Geliebten als langfristige Partnerin)
2. Er war davon überzeugt, dass es besser sei, unglücklich in seiner Beziehung zu sein, als dass sein Sohn ohne Vater aufwächst
Dieses Verantwortungsgefühl kommt oft aus einer Situation heraus, in der der Mann wieder eine gewisse ‘Sättigung’ empfindet. Die Geliebte hat ihm gezeigt, dass das Leben noch aufregend und schön sein kann, und er kehrt in seine alte Rolle zurück, weil er glaubt, das wäre das Beste für seine Familie.
3. Er dachte, dass es die bessere Entscheidung sei, die Affäre trotz Liebe zu beenden und zu seiner Frau zurückzukehren
Dieses Pflichtgefühl tritt oft dann wieder in den Vordergrund, wenn der Mann das Gefühl hat, sich genug ‘geholt’ zu haben und emotional wieder auf einem stabileren Level ist. Aber das bedeutet nicht, dass es für ihn leicht war – im Gegenteil, diese Entscheidungen fallen Männern oft extrem schwer.
Typischer Verlauf bis zum Ende einer Affäre
| Phase | Beschreibung |
|---|---|
| Seitensprung | Die Beziehung beginnt oft als kleine Affäre ohne langfristige Absicht |
| Emotionale Bindung | Der Mann fühlt sich verstanden und emotional bestätigt |
| Innerer Konflikt | Ehe und Affäre stehen gegeneinander |
| Entscheidungsphase | Der Mann versucht sich wieder auf seine Ehe zu konzentrieren |
| Ende der Affäre | Entscheidung zugunsten der Ehe oder der Familie |
| Erkenntnisphase | Oft wird später klar, dass die Ehe bereits belastet war |
Die Fassade einer funktionierenden Familie aufrechtzuerhalten, funktionierte nicht
Nachdem Chris die Affäre mit Steffi beendet hatte, wurde ihm mit der Zeit klar, dass sein Sohn viel mehr von den Problemen in der Ehe mitbekommen hatte, als er dachte. Er hatte immer gehofft, dass sie die Spannungen vor ihm verbergen könnten, aber das war nicht der Fall. Kinder spüren ganz genau, wenn etwas nicht stimmt, selbst wenn die Eltern versuchen, alles zu überspielen. Sein Sohn hatte jeden Streit, jedes unausgesprochene Problem zwischen Chris und seiner Frau mitbekommen.
Aus Affären können keine feste Beziehungen werden? Bullshit!
Chris und seine Frau waren eigentlich schon lange nicht mehr wirklich glücklich miteinander, und das hatte sich in jeder kleinen Auseinandersetzung gezeigt. Sie lebten praktisch nur noch nebeneinander her und hielten die Beziehung vor allem wegen ihres Sohnes aufrecht. Beide hatten insgeheim das Gefühl, dass sie noch irgendwie für die Familie zusammenbleiben müssten, aber im Grunde war die Liebe schon lange erloschen.
Letztendlich lief ihre Ehe nur noch über das gemeinsame Kind, und das erkannte Chris immer mehr, als die Zeit verging. Das machte alles noch schwerer, weil er realisierte, dass das, wofür er die Affäre beendet hatte, im Grunde genommen schon längst nicht mehr existierte.
So ging Steffi klug mit der Situation um
Viele Geliebte versuchen, im letzten Moment doch noch die Kontrolle zu übernehmen, indem sie die Affäre bewusst auffliegen lassen. So nach dem Motto: ‘Wenn er es seiner Frau nicht sagt, dann tue ich es.’ Steffi war allerdings klug genug, diesen Schritt nicht zu gehen. Sie hat sich nie bei seiner Ehefrau gemeldet – nicht, um die Ehefrau zu schützen, sondern weil sie verstand, dass das meistens nicht gut ausgeht.
Es geht hier auch nicht darum, die Wahrheit zu verschweigen. Meiner Meinung nach hat jeder das Recht, die Wahrheit zu erfahren, gerade in einer Beziehung. Aber in der Realität sieht es leider oft anders aus.
Sobald eine Affäre ans Licht kommt, wird die Schuld fast immer komplett auf die Geliebte abgewälzt. Egal, wie lange die Ehe schon Probleme hatte oder wie sehr sich der Mann in der Beziehung distanziert hat – am Ende ist es meistens die Geliebte, die als Schuldige dasteht. Sie wird zum Sündenbock gemacht, und der Mann bekommt oft die Chance, sich zu ‘rehabilitieren’.

In den letzten 15 Jahren, mit über 40.000 Beratungen, habe ich nicht einen einzigen Fall erlebt, in dem aus einem solchen Verrat eine langfristig glückliche Beziehung entstanden ist. Sobald eine Affäre aufgeflogen ist, kommt so viel Schmerz, Schuld und Misstrauen auf beiden Seiten ins Spiel, dass es fast unmöglich wird, darauf eine gesunde, stabile Beziehung aufzubauen.
So schmerzhaft es auch war, Steffi hat es richtig gemacht. Sie hat schweren Herzens entschieden, weiterzugehen, obwohl ihre Gefühle für Chris unglaublich stark waren. Für sie war er nicht einfach nur eine Affäre, sondern ihre große Liebe. Das machte es für sie natürlich umso schwieriger, loszulassen. Aber sie wusste, dass es keinen anderen Weg gab. Sie musste einen klaren Schlussstrich ziehen, um sich selbst zu schützen und wieder frei zu sein.
Nach dem Ende ihrer Beziehung hat sie radikal alles gelöscht
Seine Nummer, den Chatverlauf, alle gemeinsamen Fotos. Es war ihre Art, endgültig abzuschließen, auch wenn es wahnsinnig schwerfiel. Sie wollte keine Erinnerung daran, weil es zu schmerzhaft gewesen wäre, ständig wieder an ihn erinnert zu werden.
Chris konnte das irgendwo verstehen, aber es hat ihn trotzdem getroffen. Der Gedanke, dass sie alles aus ihrem Leben entfernt hat, tat ihm weh. Für ihn war es ein bitterer Abschluss, auch wenn er wusste, dass es wahrscheinlich das Beste für beide war.
Steffi ging den Weg, den viele in ihrer Situation nicht gehen können – sie ließ los, auch wenn sie ihn liebte. Das brauchte viel Mut, und genau deswegen war es so hart für Chris, sie wirklich gehen zu lassen.
Die Trennung von seiner Ehefrau erfolgte 1,5 Jahre später
Als Chris sich dann letztendlich für seine Frau entschieden hat und versucht hat, sich wieder voll auf sie einzulassen, hat sie ihm ziemlich deutlich gezeigt, dass sie selbst schon lange nicht mehr zufrieden mit ihrer Beziehung war. Sie hatte eigentlich gar kein Interesse mehr daran, die Ehe weiterzuführen.
Du denkst über Trennung nach? Hol dir meinen Ratgeber ‘Trennung aus langjährigen Beziehungen’
Es hat viel zu lange gedauert, bis die beiden endlich mal ehrlich miteinander gesprochen haben. Sie hätten schon Monate vorher eine Entscheidung treffen können, anstatt in dieser unglücklichen Situation festzuhängen. Beide hätten längst die Chance gehabt, woanders glücklich zu werden, aber sie haben es einfach viel zu lange rausgezögert.
Am Ende entschieden sie sich, getrennte Wege zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt kam Chris zu mir in die Beratung.
Er gestand sich ein, dass er sich getäuscht hatte – nicht nur in Bezug auf seine Ehe, sondern auch über seine Gefühle. In unseren Gesprächen haben wir zusammen seinen Kopf und sein Herz sortiert. Ich habe ihm auch geholfen, sich auf die Trennungsgespräche mit seiner Frau vorzubereiten, denn er hatte wegen der Affäre ein starkes schlechtes Gewissen. Das hat ihn innerlich total blockiert und davon abgehalten, wirklich frei zu sein.

Dann hatte Chris noch einen Herzenswunsch an mich
Er wollte mit mir zusammen herausfinden, ob und wann es Sinn machen würde, wieder Kontakt zu Steffi aufzunehmen. Er war aus Vernunftsgründen zu seiner Frau zurückgegangen, aber seine Gefühle für Steffi waren nie verschwunden. Er hatte die Affäre rein aus Vernunft beendet, aber der Gedanke, sie zu vergessen, war für ihn einfach keine realistische Option. Er merkte, dass sie immer noch in seinem Herzen war.
Zusammen haben wir Lösungen gefunden, wie sein Sohn nicht das Gefühl hat, einen Elternteil zu verlieren, was ja seine größte Angst war. Und auch für Steffi haben wir einen Weg erarbeitet, der es ihnen ermöglichte, wieder in Kontakt zu kommen. Laut seiner letzten Nachricht sind die beiden jetzt ein Paar.
Warum der typische Verlauf einer Affäre so gut wie immer in eine Sackgasse führt
Viele Geliebte bleiben an der Seite eines verheirateten Mannes, weil sie denken, dass sie nur kurz in diese Rolle schlüpfen und es sich bald ändert.
Wenn Männer dann auch noch klar sagen, dass sie in ihrer Ehe unglücklich sind, interpretieren die Frauen oft, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er sich trennt und sich für sie entscheidet. Sie glauben, dass er früher oder später den Schritt macht, aus der Ehe auszusteigen.
Aber in der Realität läuft das leider selten so. Männer ziehen diesen Schritt oft nicht durch, weil sie ohne große Entscheidung schon bekommen, was sie wollen – genau wie Chris bei Steffi: über Monate hinweg emotionale und sexuelle Erfüllung. Für viele Männer reicht das schon, ohne dass sie sich komplett für die neue Frau entscheiden müssen.

Affäre vs Ehe aus Sicht gebundener Männer
| Affäre | Ehe |
|---|---|
| Gefühl, gesehen und verstanden zu werden | Alltag und Verantwortung dominieren |
| Leichtigkeit und Aufmerksamkeit | Verpflichtungen und Routine |
| Emotionale Bestätigung | Stabilität und Sicherheit |
| Weniger Konflikte im Alltag | Konflikte über lange Zeit aufgebaut |
| Fokus auf Gefühle | Fokus auf Familie |
| Zukunft oft unklar | Klare Struktur und Verpflichtungen |
Mit welchem Verhalten die Geliebte selbst dazu beiträgt
- Steffi stillte seinen Hunger nach Sex, Lebendigkeit, Lebensfreude, Liebe, Nähe, Anerkennung, Verständnis
- Steffi stabilisierte sein männliches Selbstwertgefühl
Männer kommen durch diese Sättigung oft wieder in ihren alten Zustand zurück. Die Geliebte hilft ihm quasi, sich emotional zu erholen, und das sorgt dafür, dass er seine Ehe plötzlich wieder besser aushalten kann. Er hat ja durch die Affäre eine Art Ausgleich, ein Gegenstück, das ihm gibt, was ihm in der Ehe fehlt.
Das verändert auch, wie er die Dinge sieht
Die Konflikte mit seiner Frau werden weniger, weil er emotional ausgeglichen ist. Er fühlt sich ‘satt’ und schaut dadurch auch anders auf die Geliebte. Aber für sie wird es mit der Zeit immer schwieriger. Sie steckt in dieser Situation fest, leidet immer mehr darunter und zeigt ihm das auch. Der seelische Schmerz wird für sie unerträglich, und das äußert sie immer öfter.
Die Geliebte verändert sich mit der Zeit auf eine negative Weise: Sie fühlt sich benutzt und ausgelaugt
Viele Geliebte können ihren Schmerz irgendwann nicht mehr zurückhalten und zeigen das dann ganz deutlich.
Der verheiratete Mann merkt das sofort und beginnt zu überlegen, ob die Beziehung zu ihr ihm überhaupt noch das gibt, was er sich erhofft hatte. An diesem Punkt fängt er meistens an, sich emotional von ihr zu distanzieren. Deshalb macht es für die Geliebte oft viel mehr Sinn, schon früher aus der Affäre auszusteigen, bevor der Schmerz überhandnimmt.

Kommt der verheiratete Mann wieder auf die Geliebte wieder zu – sollte er sich von seiner Frau trennen?
Wenn die Geliebte ein echtes Potential als Partnerin hat, ist das sehr wahrscheinlich. Vieles hängt vom bisherigen Verlauf ab:
- Was hat die Geliebte ihm immer wieder klar gemacht?
- Wie verzweifelt hat sie sich gezeigt, als die Affäre zu Ende ging?
- Wie viel Verantwortung hat sie dabei selbst übernommen?
- Wie lief der Kontakt zwischen ihnen, nachdem sie sich getrennt hatten?
- Hat der verheiratete Mann sie von Anfang an nur als ‘Übergangsfrau’ gesehen?
Mein Fazit
Je länger eine Affäre dauert, desto unwahrscheinlicher wird es, dass der Mann sich für die neue Frau entscheidet. Aber das heißt nicht, dass es unmöglich ist. Es kann sogar passieren, dass er am Ende seine Geliebte heiratet. Man sollte also nicht alles pauschal bewerten, sondern sich die Situation genauer anschauen, weil jedes ‘Drehbuch’ anders ist. Oft gibt es auch Gründe, warum es länger dauert, z.B. wenn beide selbst noch in einer Ehe stecken.
Es braucht aber viel Eigenverantwortung und ein bewusstes Vorgehen, um so eine Entwicklung emotional gesund zu überstehen und wirklich an sein Ziel zu kommen.

FAQ: Warum verheiratete Männer langjährige Affären trotz Liebe beenden
Affären entstehen oft, wenn in der Ehe emotionale Distanz, fehlende Nähe oder unerfüllte Bedürfnisse vorhanden sind. Viele Männer fühlen sich nicht mehr gesehen oder wertgeschätzt und erleben die Beziehung als festgefahren. Die Geliebte gibt ihnen oft Anerkennung, Verständnis, Nähe und Sexualität. Dadurch fühlen sie sich wieder lebendig und bestätigt.
Viele Männer entscheiden sich für die Ehe aus Verantwortung gegenüber Familie und Kindern. Sie wollen ihr gewohntes Leben nicht aufgeben und können sich oft nicht vorstellen, Frau und Kinder zu verlassen. Gleichzeitig spielen Pflichtgefühl, Gewohnheit und Schuldgefühle eine wichtige Rolle. Dadurch entsteht häufig ein innerer Konflikt zwischen Gefühlen und Verantwortung.
Viele Männer wollen weder die Ehe noch die Affäre verlieren und leben deshalb lange ein Doppelleben. Die Affäre erfüllt emotionale und sexuelle Bedürfnisse und stabilisiert das Selbstwertgefühl. Dadurch wird die Ehe für den Mann oft wieder erträglicher, und der Druck, sich zu entscheiden, sinkt.
Typische Gründe sind Pflichtgefühl, Verantwortung für die Familie und der Wunsch, das bestehende Leben zu erhalten. Manche Männer haben das Gefühl, emotional wieder stabiler zu sein und kehren in ihre alte Rolle zurück. Auch Schuldgefühle gegenüber Ehefrau und Geliebter können eine wichtige Rolle spielen. Die Entscheidung fällt vielen Männern trotzdem sehr schwer.
Je länger eine Affäre dauert, desto unwahrscheinlicher wird es meist, dass sich der Mann für die Geliebte entscheidet. Mit der Zeit gewöhnt er sich an das Doppelleben und bekommt durch die Affäre bereits das, was ihm in der Ehe fehlt. Dadurch sinkt die Motivation, sein Leben grundlegend zu verändern.

Du bist in einer Affäre – solltest du bleiben oder gehen?
Als Affären-Expertin mit 15 Jahren Erfahrung auf dem Buckel weiß ich, wie sehr du Bedenken hast, etwas falsch zu machen.
Du hoffst auf Klarheit, wartest auf Zeichen und erklärst dir sein Verhalten;
doch echte Sicherheit entsteht nicht.
Du spürst: So kann es nicht bleiben. Aber loslassen fühlt sich genauso falsch an wie bleiben. Du suchst Rat von außen und einen Moment, in dem es nur um dich geht.
Genau dafür ist meine 1:1-Beratung da. In Ruhe und ohne Druck kannst du alles aussprechen; diskret und ohne Folgen nach außen.
Ich höre zu, frage nach und helfe dir zu verstehen, was gerade wirklich passiert – in dir und zwischen euch. So entsteht Klarheit. Danach weißt du, was dein nächster Schritt ist.
Weitere Impulse rund um Affären erhältst du regelmäßig in meinem Newsletter.
Herzlich
Silke Setzkorn

Über die Autorin
Silke Setzkorn ist systemisch-psychologische Beraterin und seit über 15 Jahren auf Affärenberatung für verheiratete Männer spezialisiert. Über 40.000 Gespräche, Autorin von 3 Büchern, u. a. „So lieben Männer in Affären“ und Host des Podcasts „Affären-Kompass®“. Sie schreibt über Entscheidungen und Dynamiken in Affären.
Okay, ja, du könntest natürlich auch einfach weitermachen wie immer…
Wenn du, statt weiter zu grübeln, doch lieber einen Termin mit mir ausmachen möchtest, dann ist dein Beratungs-Termin nur einen Klick entfernt: Klick hier
Ich freue mich, dich im 1:1 zu begleiten und bin gespannt, dich kennenzulernen!
Aus diesen Gründen entscheiden sich verheiratete Männer für die Geliebte:
aktualisiert am 25.02.2026

