Früher war ich überzeugt: Affären drehen sich in erster Linie um Sex. Doch die Beratungen mit Frauen und Männern in über 15 Jahren haben mir etwas ganz anderes gezeigt.
Die Wahrheit ist: Hinter Untreue steckt meist viel mehr – und nur selten geht es wirklich um körperliche Nähe.
Vielleicht stellst du dir gerade Fragen wie:
- Ab wann beginnt Fremdgehen eigentlich – und wo hört harmloses Flirten auf?
- Warum gehen Männer fremd, obwohl sie zu Hause Sex haben könnten?
- Welche Anzeichen verraten, dass mein Partner mich betrügt?
- Kann eine Beziehung nach Untreue überhaupt noch eine Zukunft haben?
- Und wie gehe ich mit dem Schmerz um, den eine Affäre in mir hinterlässt?
Die Antworten sind vielschichtig. Affären entstehen aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Oft wachsen daraus sogar Liebesbeziehungen. Dann stehen die Beteiligten vor schwierigen Entscheidungen:
- Wie gehe ich verantwortungsvoll mit dieser Situation um?
- Welche Schritte sind die richtigen – für mich, für meinen Partner, für alle Beteiligten?
Genau hier begleite ich Menschen: die Geliebte, den verheirateten Mann – und auch die Ehefrau, die von all dem überrascht und verletzt wurde.
Du willst diesen Blogpost anhören? Gesprochen von Silke Setzkorn

Warum betrügen Männer eigentlich, obwohl sie doch Sex zu Hause haben?
Auf einer Party sprach mich Melanie an. Noch ganz aufgewühlt erzählte sie mir, dass sie sich von ihrem Mann Florian getrennt hatte.
Vier Jahre waren die beiden verheiratet – bis sie ihn zum ersten Mal beim Fremdgehen erwischte. Zwei weitere Affären folgten, und irgendwann blieb ihr nur noch die Reißleine: Trennung.
„Warum betrügen Männer eigentlich, obwohl sie doch Sex zu Hause haben?“, fragte sie mich.
Aus ihrer Sicht hatte sie alles getan, um ihm Nähe, Liebe und Intimität zu geben. Trotzdem suchte er das Abenteuer mit anderen Frauen.
Männer betrügen aus Angst vor Nähe und Langeweile
Die bittere Wahrheit: Männer gehen oft nicht fremd, weil sie Sex vermissen. Viel häufiger steckt etwas anderes dahinter – Angst vor zu viel Nähe, das Bedürfnis nach Distanz oder einfach aus Langeweile in der Beziehung.
Männer betrügen aus anderen Gründen als Frauen
Frauen gehen fremd, wenn sie sich einsam fühlen. Wenn Nähe fehlt. Wenn sie sich nach Zuwendung sehnen.
Männer dagegen betrügen oft aus ganz anderen Gründen: weil sie Distanz schaffen wollen. Weil ihnen die Nähe zur Partnerin zu eng wird. Oder schlicht, weil sie sich langweilen.
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Untreue, Fremdgehen und Ehebruch – was wirklich dahinter steckt
Untreue ist fast immer ein Zeichen dafür, dass in der Beziehung etwas nicht stimmt.
Von außen betrachtet klingt es doch so logisch: Wenn zu Hause alles da ist – Liebe, Sex, Verlässlichkeit – warum sollte jemand überhaupt fremdgehen?
Doch so einfach ist es nicht.
Wenn wir eine Partnerschaft eingehen, hoffen wir auf Treue, Reife und Verbindlichkeit.
Aber manchmal zeigt sich im Laufe der Jahre das Gegenteil: ein Partner, der untreu wird.
Einer, der vielleicht unreif ist, egoistisch handelt – und seine Bedürfnisse nicht im Griff hat.
Wann beginnt Untreue? Die Grauzone
Jens und Katja wirkten wie das perfekte Paar.
Bis Jens anfing, mit dem Feuer zu spielen.
Ein neugieriger Blick hier, ein charmantes Like dort, ein auffälliges Profilbild, das er kommentierte. Harmlos, dachte er.
Doch genau hier beginnt die Grauzone des Fremdgehens.
Jens suchte Aufmerksamkeit im Außen – ohne echten Kontakt, ohne Absicht, wie er fand. Für Katja aber war es ein Schlag ins Gesicht. Ein schleichender Vertrauensbruch.
Was für Jens wie kleine Flirt-Nichtigkeiten aussah, wurde für Katja zum Stressfaktor. Ihre innere Ruhe war dahin. Immer wieder bat sie ihn, ihre Gefühle ernst zu nehmen. Doch Jens winkte ab. Er verstand nicht, dass jede dieser scheinbar banalen Handlungen einen Riss in ihre Beziehung riss.
„Ich liebe doch nur dich“, sagte er.
Aber mit jedem Klick, jedem Blick, jedem Kommentar verspielt er ein Stück ihres Vertrauens.
Am Ende blieb Katja nur ein Ausweg: die Trennung.

Warum Untreue uns so sehr verletzt
Auch ich wurde in einer Beziehung mehrmals betrogen.
Und bis heute erinnere ich mich genau daran, wie es sich angefühlt hat: verraten, belogen, betrogen. Es war, als hätte er mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Ich fragte mich: War alles eine Lüge? Habe ich ihm zu viel vertraut? Hätte ich es früher merken müssen?
Fragen, die bohren. Fragen, die keine Antwort finden.
Seine Untreue traf mich nicht nur im Herzen, sondern im ganzen Körper. Ich spürte den Schmerz wie eine Last. Schlaflose Nächte, ein Knoten im Magen, der nicht wegging. Wut, die mich manchmal überrollte, und dann wieder diese tiefe Traurigkeit.
Vertrauen ist das Fundament jeder Beziehung. Und wenn dieses Fundament bricht, stürzt alles ins Wanken. Genau das passierte mir. All das, worauf wir gebaut hatten – Liebe, Nähe, Sicherheit – war plötzlich nichts mehr wert.
Irgendwann musste ich mir eingestehen: Ich veränderte mich durch diesen Schmerz. Ich wurde härter, verschlossener, misstrauischer. Und ich spürte: So tue ich weder mir noch ihm gut.
Also ging ich.
Nicht, weil ich ihn nicht mehr liebte – sondern weil ich mich selbst nicht mehr ausgehalten habe und mich wiederfinden musste.
Acht Gründe, warum Menschen fremdgehen
Affären entstehen selten von heute auf morgen. Oft beginnt Fremdgehen unscheinbar – mit einem Blick, einem Gespräch, einem Moment, in dem die Gelegenheit da ist.
Und genau das ist einer der häufigsten Gründe für Untreue:
1. Gelegenheit macht Fremdgeher!
Die Verliebtheitsphase ist längst vorbei. Der Alltag hat sich breitgemacht – Job, Haushalt, Kinder, Termine. Die Leidenschaft ist leiser geworden.
Und dann passiert es:
Eine Firmenfeier, vielleicht eine lockere After-Work-Runde oder eine ausgelassene Partynacht mit Freunden. Ein Glas Wein, ein bisschen Musik, ein guter Witz. Jemand schenkt dir Aufmerksamkeit, du fühlst dich gesehen, begehrt.
Ein Kuss, der eigentlich nicht geplant war. Ein One-Night-Stand, der sich plötzlich wie ein Abenteuer anfühlt. Für viele wirkt das wie ein Aphrodisiakum – eine Mischung aus Aufregung, Bestätigung und dem Reiz des Verbotenen.
Und genau hier beginnt Fremdgehen oft: nicht, weil man den Partner nicht mehr liebt, sondern weil die Gelegenheit sich bietet – und der Moment stärker ist als die Vernunft.
2. Mangelnde Liebe
Am Anfang war da dieses Kribbeln. Alles fühlte sich leicht an, vertraut, richtig. Doch mit den Jahren kann genau dieses Gefühl leiser werden.
Die Verbindung zwischen zwei Menschen geht oft nicht plötzlich verloren – sie bröckelt langsam. Job, Verpflichtungen, Termine: Für Persönliches und Nähe bleibt immer weniger Raum. Gespräche drehen sich mehr um To-do-Listen als um Träume. Berührungen werden seltener.
Und irgendwann kommt die Frage auf: Liebe ich meinen Partner überhaupt noch? Ist er – oder sie – wirklich der Richtige?
Diese Unsicherheit schafft Distanz. Und in dieser Distanz liegt oft der Nährboden für Untreue. Fremdgehen ist dann weniger ein Ausbruch voller Leidenschaft – sondern der verzweifelte Versuch, etwas zu spüren, das in der eigenen Beziehung verloren gegangen ist.

3. Wunsch nach Abwechselung
Viele Jahre mit demselben Partner – das klingt nach Verlässlichkeit, nach Sicherheit. Doch genau darin kann auch die Gefahr liegen.
Was am Anfang aufregend war, wird irgendwann Routine. Die Küsse sind vertraut, die Berührungen vorhersehbar. Der Alltag läuft wie auf Schienen. Man weiß, wie der andere reagiert – beim Streit, beim Versöhnen, sogar im Bett.
Und genau dann beginnt man, sich nach Abwechslung zu sehnen. Nach einem neuen Reiz. Nach dem Kribbeln, das man schon lange nicht mehr gespürt hat.
Fremdgehen entsteht in solchen Momenten oft aus einem simplen Wunsch: wieder das Gefühl zu haben, lebendig zu sein. Eine Affäre verspricht Spannung, Abenteuer, neue Impulse – all das, was in einer langjährigen Beziehung manchmal zu kurz kommt.
Es geht dabei nicht immer um den anderen Menschen. Sondern um das, was man durch ihn oder sie in sich selbst wiederfindet: Neugier, Aufregung, das Verlorene der ersten Verliebtheit.
Tue das, wenn du nur einen Verdacht auf eine Affäre bei deinem Partner hast:
4. Sexuelles Verlangen
Sex ist mehr als nur körperliche Nähe – er ist auch ein Ausdruck von Verbundenheit. Doch was, wenn genau diese Verbindung fehlt?
Manche erleben, dass der eigene Partner kein Interesse mehr zeigt. Berührungen werden selten, Küsse flüchtig, Zärtlichkeit bleibt auf der Strecke. Oder die Bedürfnisse sind einfach unterschiedlich: Der eine sehnt sich nach Leidenschaft, nach Experimenten – der andere möchte Sicherheit, Routine, Vertrautheit.
Was passiert dann?
Das sexuelle Verlangen bleibt bestehen – und sucht sich irgendwann einen Weg nach außen. Fremdgehen wird so zu einer Art Ventil. Nicht unbedingt, weil die Liebe fehlt, sondern weil ein wesentlicher Teil der Beziehung dauerhaft ungestillt bleibt.
Eine Affäre kann in diesem Fall die Illusion von Erfüllung geben: endlich wieder Begehrtsein, endlich wieder das Gefühl, lebendig zu sein. Doch sie zeigt gleichzeitig, wie tief die Lücke in der eigenen Partnerschaft geworden ist.
5. Vernachlässigung
Manchmal ist es nicht der große Streit, der weh tut – sondern das leise Schweigen.
Das Gefühl, nicht mehr gesehen zu werden. Nicht mehr wichtig zu sein.
Der Partner ist körperlich anwesend, aber innerlich weit weg. Sein Kopf steckt im Job, in Hobbys, in Treffen mit Freunden oder in der Familie. Für dich bleibt kaum noch Raum.
Du fragst dich: Bin ich ihm überhaupt noch wichtig?
Denn auf deine Bedürfnisse geht er nicht ein. Komplimente bleiben aus, kleine Gesten der Zuneigung fehlen. Nähe, die früher selbstverständlich war, ist plötzlich Mangelware.
Gerade Frauen berichten mir oft von diesem schmerzhaften Gefühl der Vernachlässigung. Sie sehnen sich nach Aufmerksamkeit, nach Bestätigung, nach dem Gefühl, begehrt zu sein. Und wenn sie all das zu Hause nicht finden, wächst die Versuchung, es woanders zu suchen.
Fremdgehen ist dann nicht unbedingt eine bewusste Entscheidung gegen den Partner – sondern eine Suche nach dem, was in der Beziehung verloren gegangen ist: Wahrgenommen werden. Geliebt werden.
Solltest du die Geliebte deines Mannes kontaktieren – oder macht das alles nur schlimmer?
6. Rache und Wut
Manchmal ist Fremdgehen keine Suche nach Nähe – sondern ein Ausbruch aus Schmerz.
Vielleicht wurdest du selbst betrogen. Vielleicht hat dein Partner dich in einem Streit tief verletzt, dich klein gemacht, gedemütigt.
Die Wut darüber sitzt fest. Sie brennt wie ein Feuer, das du nicht löschen kannst. Und dann kommt der Gedanke: Wenn er mir so wehtut – warum sollte ich ihm treu bleiben?
Fremdgehen wird in solchen Momenten zu einer Art Vergeltung. Ein Mittel, um die Verletzung zurückzugeben. Um die eigene Ohnmacht zu beenden. Für einen kurzen Moment fühlt es sich an, als hättest du die Kontrolle zurückgewonnen.
Doch auch wenn die Rache Genugtuung bringt – sie verändert nichts am eigentlichen Problem. Im Gegenteil: Untreue aus Wut reißt die Wunden oft nur noch tiefer auf. Für beide.
7. Steigerung des Selbstwerts
Es beginnt oft schleichend: Dein Partner zeigt dir nicht mehr, wie wichtig du ihm bist. Komplimente bleiben aus. Stattdessen richtet er seine Aufmerksamkeit nach außen – auf Kolleginnen, Bekannte, andere Frauen, die er bewundert oder anhimmelt.
Für dich fühlt sich das bedrohlich an. Du fragst dich: Bin ich ihm überhaupt noch genug?
Die Unsicherheit wächst. Du fühlst dich klein, übersehen, nicht mehr begehrt.
Genau in dieser verletzlichen Phase kann eine Affäre wie eine Erlösung wirken. Plötzlich ist da jemand, der dir das gibt, was du so lange vermisst hast: Anerkennung. Aufmerksamkeit. Begehrlichkeit.
Fremdgehen wird in diesem Fall weniger zur Rebellion gegen den Partner – sondern zu einem Weg, den eigenen Selbstwert wieder zu spüren. Eine Affäre vermittelt das Gefühl, wieder wichtig, attraktiv und lebendig zu sein.
Und noch etwas steckt darin: das Bedürfnis nach Selbstbestimmtheit. Für einen Moment bist du nicht mehr die, die wartet und sich fragt, warum sie nicht gesehen wird – sondern die, die selbst entscheidet, sich nimmt, was sie braucht.

8. Geringe Loyalität
Manchmal schleicht sie sich langsam ein: die Distanz. Erst sind es nur Kleinigkeiten – weniger Gespräche, weniger Nähe, weniger Interesse am Leben des anderen. Doch mit der Zeit entsteht eine Lücke, die immer größer wird.
Wenn wir uns mit unserem Partner nicht mehr wirklich verbunden fühlen, schwindet auch das Gefühl von Verpflichtung. Loyalität verliert an Bedeutung. Warum sollte ich ihm treu sein, wenn ich längst innerlich nicht mehr bei ihm bin?
Oft passiert das in der Endphase einer Beziehung. Emotionale Distanz wird größer, manchmal kommt auch räumliche hinzu: getrennte Schlafzimmer, getrennte Freizeit, getrennte Leben. Man lebt nebeneinander her, statt miteinander.
In dieser Situation fühlen wir uns nicht mehr gebunden – weder mit dem Herzen noch mit der Loyalität. Fremdgehen ist dann kein Ausrutscher aus Leidenschaft, sondern ein Symptom: ein Zeichen dafür, dass die Beziehung schon lange bröckelt.
Meist ist das der Punkt, an dem eine Partnerschaft kaum noch zu retten ist – weil beide innerlich bereits Abschied genommen haben.

Die Bewältigung von Untreue braucht viel Zeit
Untreue ist keine Kleinigkeit, die man einfach abhaken kann. Eine Affäre hinterlässt Spuren – tiefe Spuren. Und sie braucht Zeit, um verarbeitet zu werden.
Viele Beziehungen zerbrechen daran. Doch manche Paare schaffen es, die Krise zu überstehen. Der Weg dahin ist allerdings steinig.
Denn Vertrauen und Nähe lassen sich nicht über Nacht zurückholen. Es braucht ehrliche Reue. Es braucht eine klare Entscheidung für die Beziehung. Und es braucht Gespräche – offene, manchmal schmerzhafte Gespräche, in denen nichts unter den Teppich gekehrt wird.
Wenn einer von beiden nicht bereit ist, diesen Weg mitzugehen, wird es schwierig. Bleibt die Bereitschaft zur Aufarbeitung aus, dann bleibt am Ende oft nur ein letzter Schritt: die Trennung.
So schmerzhaft er ist, so wichtig ist er auch. Denn manchmal bedeutet Selbstrespekt, loszulassen – und sich selbst wichtiger zu nehmen als die Angst, allein zu sein.
Untreue als Chance?
Vielleicht klingt dieser Gedanke für dich erst einmal absurd: Wie soll ausgerechnet Untreue eine Chance sein?
Und doch habe ich in meinen Beratungen Paare erlebt, die genau das geschafft haben. Sie sind nicht an der Affäre zerbrochen – sie sind daran gewachsen.
Natürlich: Untreue bedeutet erst einmal Schmerz, Wut, Enttäuschung. Doch wenn beide bereit sind, hinzusehen, kann in dieser Krise auch etwas Neues entstehen. Eine Ehrlichkeit, die es vorher so nie gegeben hat. Gespräche, die tiefer gehen als alles, was man sich zuvor gesagt hat.
Eine Affäre zwingt uns, genauer hinzuschauen: Was fehlt in unserer Beziehung? Wo haben wir uns verloren? Welche Bedürfnisse sind unerfüllt geblieben – bei mir, bei dir?
Und manchmal lernen wir in dieser Auseinandersetzung mehr über die Liebe, über uns selbst und über den anderen, als wir es je in „ruhigen Zeiten“ getan hätten.
Untreue als Chance zu begreifen, heißt nicht, das Fremdgehen schönzureden. Es heißt: die Krise als Wendepunkt zu nutzen. Um zu wachsen. Und vielleicht eine Beziehung zu führen, die ehrlicher, bewusster und stärker ist als je zuvor.

Wie wir mit dem Fremdgehen unseres Partners umgehen und Untreue verarbeiten können
Wenn der Partner fremdgeht, fühlt es sich an, als würde der Boden unter den Füßen wegbrechen. Untreue trifft mitten ins Herz – und hinterlässt Wunden, die nicht von heute auf morgen heilen.
Die Verarbeitung ist kein gerader Weg. Sie ist anspruchsvoll, schmerzhaft und kostet Kraft. Vor allem aber braucht sie eins: Zeit.
Zeit, um die eigenen Gefühle zuzulassen. Zeit, um Antworten auf quälende Fragen zu finden. Zeit, um wieder einen klaren Blick auf die Beziehung – und auf sich selbst – zu bekommen.
Viele Menschen hoffen auf eine schnelle Lösung: verzeihen, weitermachen, so tun, als sei nichts passiert. Doch genau das funktioniert selten. Denn Untreue erschüttert das Fundament einer Beziehung – Vertrauen, Nähe, Sicherheit.
Darum ist es so wichtig, bewusst in die Verarbeitung zu gehen. Schritt für Schritt. In deinem Tempo. Und mit dem Ziel, entweder neues Vertrauen aufzubauen – oder die Stärke zu finden, einen Schlussstrich zu ziehen.
Hier sind die wichtigsten Schritte, die dir auf diesem Weg helfen können:
Deine Gefühle annehmen
Wenn du von Untreue betroffen bist, prasselt ein ganzer Sturm an Emotionen auf dich ein: Wut, Trauer, Enttäuschung, Verlust. Vielleicht auch Hilflosigkeit oder Scham. All das ist normal.
Oft versuchen wir, diese Gefühle wegzudrücken. Wir wollen stark sein, uns nichts anmerken lassen, schnell wieder „funktionieren“. Doch genau das verhindert die Heilung.
Erlaube dir stattdessen, alles zu fühlen. Auch wenn es weh tut. Weine, wenn dir nach Weinen ist. Schreib deine Wut auf. Sprich deine Enttäuschung laut aus. Denn nur das, was wir wirklich zulassen, kann mit der Zeit verblassen.
Gefühle anzunehmen heißt nicht, im Schmerz stecken zu bleiben. Es bedeutet, dir Raum zu geben – für das, was gerade in dir tobt. So schaffst du nach und nach Platz für Heilung.

Offene Gespräche
Reden fällt schwer, wenn die Wunden frisch sind. Und doch sind offene Gespräche ein entscheidender Schritt, um Untreue zu verarbeiten.
Warte, bis du oder ihr beide die Kraft dazu habt. Und dann sprecht. Nicht oberflächlich, sondern ehrlich: Über Gefühle, über Verletzungen, über Fragen, die dir im Kopf herumgehen und dir keine Ruhe lassen.
Für den betrogenen Partner ist es wichtig, zu verstehen: Was ist passiert? Wie kam es zu der Affäre? Warum? Erst wenn diese Fragen geklärt werden, kann Heilung beginnen.
Ehrliche Kommunikation bedeutet nicht, jedes Detail auszubreiten – sondern die Wahrheit zu teilen. Das, was wirklich zählt. Denn genau dadurch verschwinden viele Missverständnisse, die sonst wie ein Schatten zwischen euch stehen bleiben würden.
Mit der Zeit kehrt durch solche Gespräche mehr Klarheit zurück – im Kopf und im Herzen. Und nur auf dieser Basis lässt sich entscheiden: Gehen wir gemeinsam weiter? Oder getrennt?
Kann man eine Affäre verzeihen – und lohnt sich eine zweite Chance?
Selbstpflege
Untreue wirbelt dein Innerstes durcheinander. Umso wichtiger ist es, in dieser Zeit gut für dich selbst zu sorgen. Selbstpflege ist kein Luxus – sie ist jetzt überlebenswichtig.
Frag dich: Was tut mir gut? Was gibt mir Kraft?
Vielleicht ist es ein heißes Bad, ein Tag im Spa oder ein Wochenende nur für dich. Vielleicht ein langer Spaziergang, ein Buch, das dich fesselt, oder ein Abend mit Menschen, die dich zum Lachen bringen.
Abstand ist heilsam. Er schafft Raum, um dich wieder zu spüren – unabhängig von deinem Partner, unabhängig von der Beziehung.
Wenn du dich auf dein eigenes Wohlbefinden konzentrierst, sendest du dir selbst ein wichtiges Signal: Ich bin wichtig. Meine Bedürfnisse zählen.
Und genau dieses Bewusstsein hilft dir, den Schmerz nach und nach zu verarbeiten und Schritt für Schritt wieder in deine Kraft zu kommen.
Seelische Unterstützung
Manchmal reicht die eigene Kraft nicht aus, um das Erlebte allein zu tragen. Und das ist kein Zeichen von Schwäche – im Gegenteil. Es zeigt, dass du Verantwortung für dich übernimmst.
Professionelle Hilfe kann in dieser Phase unglaublich wertvoll sein. Ob durch eine Beratung, ein Coaching oder eine therapeutische Begleitung: Du bekommst einen sicheren Raum, in dem alles Platz haben darf – deine Fragen, deine Zweifel, deine Wut, deine Trauer.
Dort kannst du das Geschehene sortieren, Zusammenhänge verstehen und neue Perspektiven entwickeln. Warum ist es so weit gekommen? Welche Muster haben vielleicht dazu geführt? Was brauchst du, um heilen zu können?
Eine neutrale Begleitung hilft dir nicht nur, das Erlebte zu verarbeiten, sondern auch die Dynamik eurer Beziehung klarer zu sehen. So entwickelst du Bewältigungsstrategien, die dir Halt geben – egal, ob du dich entscheidest zu bleiben oder zu gehen.
Entwicklung realistisch betrachten
Heilung braucht Zeit – mehr Zeit, als wir uns oft wünschen.
Wenn du nach einer Affäre versuchst, wieder Vertrauen zu fassen, ist Geduld dein größter Verbündeter.
Es kann Momente geben, in denen die Liebe spürbar ist, in denen Nähe zurückkehrt. Und doch ist da gleichzeitig diese leise Angst. Sie sitzt im Hintergrund und meldet sich immer wieder. Das ist normal.
Wichtig ist, dass du dir diesen inneren Prozess zugestehst. Erwarte nicht, dass die Beziehung sofort wieder so wird wie früher – das wäre eine Illusion. Eine Affäre hinterlässt Spuren, und die verschwinden nicht über Nacht.
Akzeptiere stattdessen, dass es kleine Schritte sind, die zählen: ein ehrliches Gespräch, ein Moment echter Zuwendung, ein Tag, an dem die Angst weniger drückt. Genau so entsteht nach und nach wieder ein Fundament, das trägt.
Vertrauen lässt sich nicht erzwingen – es wächst langsam. Und manchmal zeigt erst die Zeit, ob beide wirklich bereit sind, diesen Weg gemeinsam zu gehen.

Setze ab sofort Grenzen
Untreue erschüttert eine Beziehung bis ins Mark. Umso wichtiger ist es, dass du dir bewusst machst: Was brauche ich, um mich wieder sicher zu fühlen?
Sprich mit deinem Partner offen über deine Grenzen. Sage klar, was für dich nicht mehr infrage kommt – und was du dir für die Zukunft wünschst. Das kann sein: Ehrlichkeit ohne Ausnahmen. Mehr gemeinsame Zeit. Oder Transparenz, wenn es um Kontakte mit anderen geht.
Grenzen sind keine Drohung. Sie sind ein Schutz. Für dich – und für eure Beziehung.
Sie schaffen einen neuen Rahmen, in dem Vertrauen überhaupt wieder wachsen kann.
Denn nur, wenn dein Partner weiß, welche Erwartungen du hast, kann er entscheiden, ob er bereit ist, diese Verantwortung mitzutragen. Und du spürst: Ich habe eine Stimme. Ich habe das Recht, meine Bedürfnisse klar auszusprechen.
So entsteht Schritt für Schritt eine Basis, die euch beiden Halt geben kann – oder die Klarheit, dass es ohne diese Basis nicht weitergeht.
Selbstreflexion
Eine Krise wie Untreue zwingt uns, stehenzubleiben und genauer hinzusehen. So schmerzhaft das ist – es kann auch ein Moment sein, der dich persönlich weiterbringt.
Nutze diese Zeit, um dich selbst zu fragen: Was brauche ich wirklich in einer Beziehung? Welche Bedürfnisse sind mir unverzichtbar? Und welche davon habe ich vielleicht bisher nicht klar benannt?
Aber auch: Was verbindet uns noch? Wo liegen unsere Gemeinsamkeiten, die es wert sind, bewahrt zu werden?
Selbstreflexion bedeutet, ehrlich zu dir selbst zu sein. Manchmal erkennst du, dass deine Sehnsüchte schon lange überhört wurden. Manchmal siehst du aber auch, dass in eurer Beziehung noch ein Kern steckt, den es zu schützen lohnt.
So oder so – Selbstreflexion bringt dich weiter. Du lernst dich selbst tiefer kennen. Und du legst den Grundstein dafür, in deiner Beziehung zu wachsen – ob gemeinsam mit deinem Partner oder irgendwann allein.
Verzeihen
Dem Partner zu vergeben ist kein leichter Schritt. Es ist ein komplexer Prozess – und er braucht Zeit.
Oft viel mehr Zeit, als wir selbst oder unser Umfeld uns zugestehen wollen.
Verzeihen bedeutet nicht, das Fremdgehen zu vergessen oder kleinzureden. Es bedeutet, den eigenen Schmerz nicht länger das Leben bestimmen zu lassen. Stück für Stück loszulassen. Damit du dich wieder frei fühlen kannst – unabhängig davon, ob ihr als Paar weitermacht oder getrennte Wege geht.
Und ja: Vergebung geschieht selten sofort. Sie ist wie ein Weg, den man langsam geht, mit Rückschritten, mit Zweifeln, aber auch mit Momenten der Erleichterung.

FAQ um Untreue, Affären und Fremdgehen
1. Ab wann gilt Flirten schon als Fremdgehen?
Flirten kann harmlos sein – doch wenn heimlich Nachrichten verschickt werden, intime Gespräche entstehen oder bewusst Aufmerksamkeit im Außen gesucht wird, beginnt oft schon eine emotionale Affäre. Viele Partner empfinden genau das bereits als Untreue, auch ohne Sex.
2. Welche typischen Anzeichen verraten, dass mein Partner eine Affäre hat?
Klassische Anzeichen für eine Affäre sind plötzliches Geheimnisverhalten, mehr Zeit am Handy, unerklärte Abwesenheiten oder ein spürbarer Rückzug in der Beziehung. Auch emotionale Distanz und weniger Nähe können Hinweise auf Untreue sein.
3. Kann eine Beziehung nach Untreue und Fremdgehen noch gerettet werden?
Ja – wenn beide Partner bereit sind, ehrlich hinzusehen. Vertrauen lässt sich nur über Reue, offene Gespräche und eine klare Entscheidung für die Beziehung wieder aufbauen. Ohne diese Basis bleibt oft nur der Schritt zur Trennung.
4. Lohnt es sich, eine Affäre zu verzeihen – oder ist eine Trennung besser?
Verzeihen ist ein Prozess und nicht sofort möglich. Ob sich eine zweite Chance lohnt, hängt davon ab, ob ehrliche Reue da ist und beide bereit sind, an der Beziehung zu arbeiten. Ohne diesen Willen ist eine Trennung oft gesünder.
5. Wie finde ich heraus, ob mein Partner wirklich fremdgeht?
Typische Hinweise sind verändertes Verhalten, heimliche Treffen, plötzliche Geheimniskrämerei am Handy oder unerklärte Stimmungsschwankungen. Sicherheit geben aber nur ein offenes Gespräch oder klare Beweise für Untreue.
Vielleicht bist du gerade an dem Punkt, an dem du dir Antworten wünschst
- Wie kann ich die Untreue meines Partners überhaupt erkennen?
- Woran merke ich, dass er – oder sie – mich betrügt?
- Und wie gehe ich mit diesen Anzeichen um, wenn sie mir begegnen?
All das sind Fragen, die schmerzen – und gleichzeitig notwendig sind, um deinen eigenen Weg zu finden. Denn nur, wenn du hinschaust, kannst du entscheiden, wie es für dich weitergeht.

Ich bin Silke Setzkorn, Affären-Expertin, Online Beziehungs-Coach und Buch-Autorin
Seit vielen Jahren begleite ich Menschen, die mitten in einer Beziehungskrise stecken. Manche sind die Geliebte, andere der gebundene Mann. Wieder andere die betrogene Ehefrau. Und alle haben eines gemeinsam: Sie fühlen sich allein mit ihren Fragen, ihrer Unsicherheit, ihrem Schmerz.
Genau hier setze ich an.
Wenn du dir Unterstützung wünschst – ganz konkret in deiner persönlichen Situation – dann bin ich an deiner Seite. Im 1:1-Gespräch schauen wir gemeinsam auf das, was dich bewegt. Ob am Telefon oder über Zoom: Du bekommst einen geschützten Raum, in dem alles Platz haben darf.
Wenn du spürst: Ja, ich möchte das nicht länger allein tragen, dann findest du hier alle Informationen zu meinem 1:1-Beratungsangebot.
Ich freue mich, dich kennenzulernen – und dich ein Stück auf deinem Weg zu begleiten. Hier gehst zum 1:1 Beratungsgespräch in deiner persönlichen Situation über Handy oder Zoom
Herzlichst, Silke Setzkorn
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